Ministerium: AMS-Kursinstitute setzen Hygienebestimmungen um

Es herrschen ideale Voraussetzungen für die Weiterverbreitung des Virus unter Teilnehmer*innen und Lehrenden. Deren und unsere Kinder wiederum könnten das Virus in die Kindergärten und Schulen weiter tragen. “ Das hatten AMS-Trainerinnen aus dem Deutschbereich an die verantwortlichen Minister*innen der aktuellen Bundesregierung in einem offenen Brief geschrieben. Diese hat nämlich die Erwachsenenbildung vom Lockdown ausgenommen. Tele-Unterricht sei nicht erwünscht, meint das AMS.  Die Antwort aus dem Kabinett von Arbeitsministerin Christine Aschbacher auf den Brief ist eine glatte Abfuhr. Sie ruft Empörung hervor. Ob die Verantwortlichen so auch Briefe der Tiroler Tourismusverbände beantworten würden? Wohl kaum. Wir dokumentieren das Schreiben, eine erste Reaktion einer Betroffenen und Pläne der Ministerin zur Gestaltung von Tele-Arbeitsplätzen. Die illustrierenden Fotos aus Unterrichtsräumen haben uns erzürnte AMS-Trainer*innen zugespielt. Im Vergleich dazu wäre ein Heimarbeitsplatz nach den Vorstellungen der Ministerinjedenfalls wesentlich komfortabler. Von Sebastian Reinfeldt.


Arbeitsministerium: Weiterbildung soll aufrechterhalten werden

Danke für Ihr Mail an die Mitglieder der Bundesregierung, das wir stellvertretend beantworten dürfen.

Besonders in dieser schwierigen Zeit ist jedoch berufliche Weiterbildung wichtig. Daher sieht die aktuelle Verordnung zum zweiten Lockdown eine Ausnahme des Veranstaltungsverbots für u.a. Zusammenkünfte zu erforderlichen beruflichen Aus- und Fortbildungszwecken und zur Erfüllung von erforderlichen Integrationsmaßnahmen nach dem Integrationsgesetz vor. Darunter fällt selbstverständlich auch das so wichtige Angebot des AMS zur beruflichen Fortbildung. Dabei gelten die Hygienebestimmungen natürlich auch hier. Sie werden von den Trägern konsequent umgesetzt.

Die Weiterbildung im Auftrag des AMS soll, so gut es geht, aufrechterhalten werden, um auch die Chancen der Arbeitssuchenden am Arbeitsmarkt nicht zu gefährden. Die Situation muss natürlich laufend anhand der Infektionszahlen bewertet werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Dorian Aigner, Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend, Kabinett der Bundesministerin

 


Ignorant, dilettantisch und robust fahrlässig

In einer ersten Reaktion auf diese Nicht-Antwort schreibt eine Betroffene:

Nein, werte Verantwortliche, Ihre Antwort ist in keiner Weise adäquat.
Sie schreiben über etwas, was Sie nicht beurteilen können, da Sie nicht
vor Ort sind und die Verwerfungen, mit denen wir täglich zu tun haben,
als solche nicht erkennen können. Erst heute erzählten mir Kolleginnen
haarsträubende Dinge. Was dermaßen ignorant, dilettantisch und
robust fahrlässig ist, wird à la longue nicht verborgen bleiben können.
Anwälte werden zu Sprechern der Menschen werden, die zu Schaden
kommen.

 


Der Raum sollte über normale Gänge und Treppen (keine Leitern) erreichbar sein

Unterdessen hat das Ministerium amtliche Empfehlungen über die ergonomische Gestaltung eines Homeoffice herausgegeben. Sie enthalten keine rechtlichen Regelungen, die dringend notwendig wären. Dafür aber Tipps zur Gestaltung des Arbeitsplatzes, die an Feng-Shui erinnern. Wer etwa verfügt über 1,5 Meter mal 1 Meter Bewegungsfläche an der Sesselseite?

 

 

 

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