Sommer – Sonne – Kickl in Purkersdorf

Sommer – Sonne – Kickl: Das ist kein Originalvers des begnadet reimenden Ex-Innenministers Herbert Kickl. Der Slogan versucht nur, die Zutaten seiner „Heimattreue“ auf den Punkt zu bringen. In seiner Heimatstadt. In Purkersdorf. Im öffentlichen Schwimmbad. Beobachtet wurde er dabei von unserem Gastautor Josef Baum.


Ist Kickl im öffentlichen Schwimmbad genehmigt?

Könnte wer etwas dagegen haben, dass (der Purkersdorfer) Ex-Innenminister Kickl in seiner Wahlheimat in Purkersdorf im öffentlichen Schwimmbad Eis verteilt? Das fragte sich offenbar der Kassier am Eingang des Bades, als vergangenen Freitag um 16 Uhr ein blauer Tross rund um den wackeren Herbert ebendort Einlass begehrte. Dabei verwies Herbert auf eine angebliche Genehmigung für den Abschluss seiner Bädertour, bei der es um blaues Wasser und um gesunde Bräune geht – beziehungsweise gehen sollte.

Was meint der Purkerdorfer Bürgermeister?

Daher wurde der Bürgermeister angerufen, der – noch nicht lange im Amt – enerviert war, und meinte, damit hätte er keine Freude. Da der blaue Tross aber immer nachdrücklicher wurde, verwies der Bürgermeister in der Folge auf die Purkersdorfer Wirtschaftsbetriebe.

Was meint der Altbürgermeister und Alt-Innenminister S.?

Ein Mann aus dem Tross von Kickl behauptete dann, dass offenbar Altbürgermeister und (auch) Alt-Innenminister Schlögl kontaktiert worden sei. Und der eine Alt-Innenminister S. habe gemeint, den anderen Alt-Innenminister K. doch gewähren zu lassen. Und außerdem habe ja bekanntlich das Recht der Politik zu folgen, und nicht umgekehrt…

Der Brauch: von Mann zu Mann

Als Brüder im Geiste, von Purkersdorfer zu Purkersdorfer, von Mann zu Mann – wird nach altem Brauch so rechtens entschieden? Immerhin ist der „Erhalt der Bräuche“ einer der drei ausgesprochenen Ziele der blauen Tour. Ein weiteres Ziel ist das Aufzeigen „zu großer Offenheit“ unserer Heimat. Was sich allerdings nicht auf die Blondine am Bäderbus beziehen dürfte, sondern zur blauen Version von  “Schluss mit Multi-Kulti“ überleitet.

Blaue Bädertour für blaues Wasser

Strache und Gudenus machten es vor

Der Eintritt wurde schließlich gewährt. Das ist alles nicht neu unter dem Himmel. Die Altvorderen Strache und Gudenus hatten das schon jahrelang in Wiener Bädern so gemacht. Aber nicht überall in Niederösterreich hätten die Bädertourer verwerflicherweise Einlass in alle Bäder bekommen. Es gebe dort halt noch immer Verzopfte. Und leider waren ja auch im Purkersdorf Bad – ob des Wetters an jenem Tag – gar nicht sehr viele Gäste da.

Einige wenige durften also doch im öffentlichen Bad eine Stunde lang mit dem unerschrockenen Ex reden. Und er durfte sich schön fotografieren lassen. Manche, mit denen es eventuell nicht so sonnig gewesen wäre, ignorierte der Ex denn auch gekonnt.

Blaue Flagge zeigen – fürs Klima!

Der Alt-Innenminister fuhr am Wochenende übrigens noch zum „Traktorlangstreckenrennen“ in Reingers (NÖ), an dem sich ein anderer Bruder im Geiste, der Landesrat Waldhäusl, hoch selbst beteiligte. Wahrscheinlich, um auch zur Erhaltung der fossilen Bräuche unserer Heimat in der Klimadiskussion Flagge zu zeigen: am Traktor nämlich.


Zum Autor: Josef Baum wurde in Klosterneuburg geboren. Er hat Volkswirtschaft studiert und war an verschiedenen wissenschaftlichen Instituten Mitarbeiter. Der Wahl-Purkerdorfer ist Doktor der Volkswirtschaft und der Geografie. In Purkerdorf hat er die Plattform Liste Baum und Grüne gegründet, die dort seit 1989 im Gemeinderat vertreten ist.


Fotos von Josef Baum. Danke fürs Überlassen!

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