Coronavirus: „Die Ischgl-Mistsäcke wussten seit langem um massivste Verdachts-Fälle“

Ganz Tirol ist ab Sonntag, 15. März 2020 unter Quarantäne gestellt. Es wurden bislang 245 Menschen gezählt, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Warum Tirol? Der Vorwurf wiegt schwer: Über unseren Anonymen Daten Briefkasten haben wir einen Augenzeugenbericht über Coronavirus-Vorfälle im Tiroler Skiort Ischgl Anfang März bekommen. Denn die Wintersaison wurde dort offiziell erst Mitte März beendet – zu spät und wider besseres Wissen. In Wahrheit wusste man in Ischgl nämlich bereits vor dem vergangenen Wochenende (7. bis 8. März) über Corona-Infektionen und Verdachtsfälle Bescheid, so der Augenzeugenbericht. Die Saison lief wohl dennoch – offenbar mit Zustimmung der Behörden – weiter. Auch ließ man infizierte Deutsche einfach ausreisen. Nun stellt sich heraus, dass sich über hundert Dänen, 137 Schweden und knapp 500 Norweger in Östereich infiziert haben. Die meisten in Tirol. Daher spricht man in Skandinavien von einer „Skiurlaubs-Epidemie„. Nun tauchen auch vereinzelte Berichte aus Deutschland über Infektionen in Ischgl auf. So auch von unserem Augenzeugen. Von Sebastian Reinfeldt. (15. März)


5. März 2020: Island erklärt Ischgl zum Gefahrengebiet

Der Bericht beginnt mit Freitag, den 6. März 2020. Zu der Zeit gab es österreichweit bereits offiziell 55 Fälle und mehr als 4000 Tests. Island hatte den Winterskiort bereits am 5. März zum Gefahrengebiet erklärt. Isländische Urlaubsgäste mussten sich in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben, wenn sie zurück kehrten. Offenbar hatte man vor Ort aber entschieden, das Wochenende noch „mitzunehmen“. Mit gravierenden Folgen:

Ich war auf einer Winterskifahrt in Ischgl mit Freunden. Zwei weitere kamen Freitag nach, in ein anderes Doppelzimmer und in ein anderes Hotel. Am Freitag gab es in Ischgl den ersten offiziellen Corona-Virus-Fall.

Ein Barkeeper aus dem Kitzloch war „Patient 0“

Bei dem Ischgler „Patienten 0“ handelte es sich laut erster Berichte um einen Barkeeper aus Norwegen bzw. nach offiziellen Angaben ein deutscher Staatsbürger mit einem norwegisch klingendem Namen [Update 18.3.2020]. Er arbeitete im so genannten Kitzloch. Bereits am 9. März wird über weitere Erkrankte berichtet, die sich dort angesteckt hatten. Von daher hätte es nahe gelegen, seine Apres-Ski-Bar – und auch die anderen in dem relativ kleinen Ort – sofort zu sperren. Das ist aber nicht geschehen. Im Gegenteil:

Die Ischgl-Mistsäcke wussten allerdings bereits seit spätestens Dienstag – vergangene Woche – um massivste Verdachts-Fälle. Sie sagten aber nix, um die Saison zu retten.  Erst am Dienstag mussten dann alle Après Ski Läden schließen, mittlerweile ist Ischgl dicht.

Vor wenigen Tagen noch Party, Party

Die Region Paznauntal in Tirol steht mittlerweile unter Quarantäne, somit auch Ischgl. Alle Touristen mussten den Ort verlassen. Noch wenige Tage zuvor sah es dort so aus:

Der Skibetrieb ist eingestellt und die komplette Skisaison ist vorzeitig beendet. Viele hundert Fälle wohl. Ich bin Sonntagabend, meine Mitreisenden X, U und Y erst Montag heimgefahren. Ich höre immer auf mein Bauchgefühl … In Ischgl war ich lediglich Freitagabend drei Stunden in Trofana. X hatte dann am Montagabend Symptome. Das gestrige Testergebnis war positiv.

Der Betroffene hat sich daher jetzt in Selbstisolation versetzt. Fraglich ist, ob die anderen, die hauptsächlich zum Feiern in Ischgl waren, dies auch getan haben?

Das Gesundheitsamt hat schon angerufen. X musste alle Kontaktpersonen angegeben, mit denen er/sie länger als 15 Minuten zusammen war – also auch mich.

8. März 2020: „Eine Übertragung des Coronavirus auf Gäste der Bar ist (…)  unwahrscheinlich“

Auf einem Infoblatt, das am Sonntag, 8. März, als Medieninformation verteilt worden ist, berichtet das Land Tirol über „Erhebungen“ zum Ischgler „Patienten 0“. Unternommen wurde nichts. Die Corona-Partys gingen in dem Lokal, in dem der Barkeeper gearbeitet hatte, ungestört weiter. Die Landessanitätsdirektion hatte offenbar grünes Licht gegeben mit der Begründung, dass das Virus bei Partys nicht übertragen werde. Das Infoblatt beweist, dass die Behörden Bescheid wussten und dass sie nichts unternommen haben, um diese Feiern zu unterbinden.

Infoblatt Corona Ischgl am 8.März 2020

14. März 2020: 265 dänische und 459 norwegische Ischgl-Urlauber erkrankt

In Dänemark haben sich 265 der 785 am Coronavirus Erkrankten in Österreich angesteckt. Norwegen meldet hingegen 459 (von 907 insgesamt) infizierte Österreich-Urlauber. Dies berichtet der ORF am Samstag, 14. März. Die Erkrankungen in Nordeuropa sind eindeutig auf den österreichischen Wintersportort zurückzuführen. Auf Twitter kommentiert ein Benutzer das Ganze wie folgt:

Lesehinweis: Wie in Ischgl mit den Angestellten umgegangen wurde, berichten wir in dem Folgeartikel Ein Koch aus Ischgl: „Die wollten uns nur los werden!“.

Eine Chronologie der Ereignisse (wer wusste wann was?) haben wir ebenso erstellt.

Und eine weitere Schilderung einer Betroffenen: Corona-Virus in Tirol: Werden Gerichtsverfahren eingeleitet?


Update: Dieser Text wurde nach zahlreichen Hinweisen am 14. März um 19:00 und am 15. März um 12 Uhr ergänzt und erweitert. Am 18. März 2020 wurden die Informationen zum Barkeeper ergänzt.

51 Kommentare

  1. Den Verdacht kann ich ergänzen. Ich war selbst vom 06.-11. März in Ischgl, bin seit gestern positiv auf Covid-19 getestet und kenne in einem umfassenden Netzwerk niemanden, der aus Ischgl nachweislich ohne Infekt in der vergangenen Woche rausgekommen ist. Der Ort selbst hat knapp 11 Tsd. Betten, dazu kommen die Party-suchenden aus den Nachbarorten, überwiegend Deutsche, dazu viele Niederländer und Schweizer.
    Am 12. März, in der Warteschlange zum Test an der Kölner Uniklinik, fragte ich meinen Nachbarn neugierig, woher er glaubt, den Infekt zu haben. Antwort: „ich bin am 22. Februar aus Ischgl zurückgekommen mit dem Glauben an eine Erkältung im Gepäck, mein Freund hatte gestern ein positives Testergebnis. Ich möchte gar nicht wissen, wen ich in der Zwischenzeit alles angesteckt habe“
    Wissen um die Situation wird den Verantwortlichen schwer nachzuweisen sein, totale Fehleinschätzung ist aber offensichtlich. Hier allein wurden unnötig mehr als 10.000 Menschen vor Ort infiziert, die Zahl der sekundär-Anstevkungen ist sicher nicht mehr auszumachen.
    Viel besser ist das Verhalten der deutschen Behörden auch nicht, in München wehrt man sich heute noch vehement, Tests vorzunehmen, auch wenn Symptome vorliegen und Betroffene gerade aus Ischgl zurückkehren.

    1. Ich schäme mich als Österreicher für die Verantwortlichen des Bundeslandes Tirol. Eine fürchterliche Mischung aus haarsträubender Inkompetenz, Rücksichtslosigkeit und Unverantwortlichkeit abwärts vom Landeshauptmann Platter, dem Gesundheitslandesrat Tilg und vielen weiteren. Das Leben von Tausenden wurde auf dem Rücken der Geldgier geopfert.

      Hier müssen eine Reihe von Verantwortlichen zurücktreten und hoffentlich auch auf dem Zivilrechtsweg empfindliche Strafen begleichen. Ich hoffe, dass wegen dieser Idioten niemand sterben wird.

  2. Wenn so etwas passiert, ist das sehr schlimm und es betrifft uns alle.
    Eines sei gesagt
    Wenn man irgendwelche Einschränkungen oder Verbote erlässt, dann schreien Sie wahrscheinlich auch.
    Irgendjemandem die Schuld dafür zu geben, und diese noch als „Mistsäcke “
    zu beschimpfen, ist das Letzte.
    Hoffe es geht Ihnen gut und lassen Sie sich gründlich untersuchen, vielleicht fehlt es Ihnen woanders.
    Grüße
    H.J.

    1. Genau die richtige Verbrecher-Masche danach: political correctness für gröbste Fahrlässigkeit mit allenfalls tödlichem Ausgang sorgen. Von der Gemeingefährdung der nicht über allem stehenden Bevölkerung ganz abgesehen.
      Was nicht anzuprangern ist, ist ISCHGL allein.
      Die Nie-Genug-Ösis und deren Ober-Seilbahner müssen sich verantworten, letzterer strafrechtlich wie zivilrechtlich und ich hoffe auf Gerechtigkeit und Schuldspruch!

    2. Diese Stellungnahme bezieht sich hoffentlich nur auf diese Wortwahl. Ansonsten sind die Vorwürfe aus Skandinavien und D total zu Recht erhoben worden. Und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gebeten werden!

    3. Sehe ich anders, Herr Juen.

      Ich bin durch die „Mistsäcke“ auf den Beitrag aufmerksam geworden, der eines von vielen Puzzleteile des Gesamtbilds ist, welchen Beitrag die Locations in Ischgl zur Verbreitung des Virus in Europa In den letzten Wochen geleistet haben.

      Die Verantwortlichen in Ischgl hatten sich bis zuletzt gewehrt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen bzw. diese halbherzig ergriffen („in vier Tagen schließen wir den Ort“ anstatt zu sagen, heute wird dicht gemacht). Erst die Regierung in Wien hat dann schließlich am Freitag durchgegriffen. Viel Schaden hätte vermieden werden können, wenn man das Interesse mehr dem Wohl der Gäste und nicht allein derem Geld geschenkt hätte.

      Meine Vokabular ist es auch nicht, aber angesichts des fahrlässigen Verhaltens der Verantwortlichen hilft ein solcher Ausdruck dabei, die komplette Misere transparent zu machen um dann auch die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen.

      1. Ihr verlogenen Hunde! Es hätte ja wohl jeder Tourist von sich aus seinen „Urlaub“ abbrechen können. Jetzt jammert jeder rum, daß hätte wäre wenn nur ein anderer was machen müssen… Da muß also erst der Führer kommen und sagen, was man zu tun hat?

        Ich denke der Selbsterhaltungstrieb wurde dem Geiz (oder der Gier) geopfert, seitens der „Mistsäcke“, aber vorallem seitens der „Opfer“ selbst.

    4. Sehr gut, das Statement. Es ist niemandem geholfen, wenn wir gegenseitig Anschuldigungen aussprechen – auch Beschimpfungen sind unangebracht. Vielmehr sollte sich jeder seiner eigenen Verantwortung bewusst sein. In dem Sinne: Bleiben Sie gesund.

  3. Liebe Leserinnen und Leser,
    diese Situation überforderte China und nun auch ganz Europa und die westliche Welt. Wie der Kommentarschreiber über mir schrieb ist es nicht in Ordnung einen Schuldigen auszuwählen und einen Ort oder eine ganz Region derart zu verunglimpfen.
    Ich empfinde diesen Bericht als sehr einseitig, es fehlt die nötige Objektivität und ich bezweifle auch viele der angegebenen „Fakten“.
    Lg

    1. Das sehe ich ganz genau so. Lese ich eine Überschrift wie diese, in der vermeintlich Verantwortliche als Mistsäcke bezeichnet werden, frage ich mich schon ob der Seriösität. Ich selbst war in Ischgl und habe mich am Freitag testen lassen – Negativ. Was aber auch vielleicht damit zusammenhängen mag, dass ich und auch meine Partnerin nicht ausgingen, sondern uns nur in der Ferienwohnung aufhielten. Das Skigebiet ist schön, doch auf Ballermannähnliche Auswüchse haben wir keine Lust. Und was die Beobachtungen bettifft – SORRY. Die Anzeichen gleichen schon auch denen einer Grippe. Als könne man den Menschen ansehen dass sie das Virus haben. Ich habe selten einen undifferenzierteren Bericht gelesen…
      Bleiben sie alle gesund…!

      1. Tut mir leid aber dieser Kommentar geht völlig daran vorbei, dass den Behörden der Fall in der Bar bekannt waren, aber nicht die notwendigen Maßnahmen getroffen wurden. Das hier einsehbare Merkblatt der Behörden zeigt dies ja eindeutig. Ich verstehe nicht, warum derartiges Fehlverhalten nicht kritisiert werden sollte. Die Wortwahl im Titel finde ich auch nicht glücklich. Und Ihre Geschichte sagt ja gar nichts dazu aus, wenn sie nicht in besagten Lokalitäten waren, wo eben 100te Skandinavier angesteckt wurden, weil man das Geschäft vor potenziellen Verlust von Menschenleben gestellt hat. Die Betroffenen und ihre Verwandten und FreundInnen werden wohl nicht so bald in Österreich Urlaub machen!

    2. Hallo zusammen,
      ich würde ebenfalls behördliches Versagen attestieren. Es ist unbegreiflich in meinen Augen, dass das Kitzloch noch am 08.03.20 geöffnet hatte und an diesem Tag kein generelles Apres-Ski Verbot ausgesprochen wurde. Anfangs machten meine Reisebegleitung und ich uns noch darüber lustig. Aber von Tag zu Tag wurde es immer ernster. Als am 09.03.20 bekannt wurde, dass die einschlägigen Apres-Ski Lokale geschlossen werden, war nichts davon zu sehen. Schatzi, Thaya, Stadl, Nevada – alle waren zumindest bis zu unserer Abreise am 11.03.2020 für Kundschaft geöffnet. Webcam Aufrufe am 12.03.20 zeigten zudem, dass auch auf der Thaya noch gespeist wurde. Ein positiver Test bei meiner Reisebegleitung am 13.03.20 hinterlässt dann doch schon einen faden Beigeschmack und zeigt, wie fahrlässig die ganze Situation behördlich runtergespielt wurde. Das zögerliche Verhalten der Behörden wird ebenfalls klar, wenn man die Ischgl-Homepage im Verlauf dieser Woche betrachtete und wie oft und zurückhaltend hier geupdatet wurde. Man versuchte illusorisch, sich an den letzten Strohhalm für ein geplantes Closing im Mai zu klammern; mehrere Infizierte internationalen Publikums billigend in Kauf nehmend.
      Gruß
      LX

  4. Ischgl und somit einen einzelnen Ort für ein weltweites Problem verantwortlich zu machen ist schon sehr mutig. Der Ort war in ständiger Absprache mit dem Land Tirol und damit auch mit dem Bund. Die Maßnahmen wurden dann doch sehr rasch gesetzt, da zwischen dem ersten Fall (den Sie als Patienten 0 bezeichnen) und der Schließung des Ortes keine 7 Tage vergangen sind. Aber es ist immer wieder erschreckend zu lesen, dass im Internet auch die kleinsten Geister ihre Meinung kundtun dürfen. Bleiben Sie gesund und achten Sie auf sich und auf Ihre Mitmenschen, dass Sie nicht in der nächsten Woche einem anderen Ort oder gar einer Person die Schuld geben müssen für ein globales Problem.

    PS: auch der ‚Patient 0‘ wird sich wohl irgendwo angesteckt haben. Denken Sie mal drüber nach bevor Sie so einen Schwachsinn verzapfen.

    1. „keine 7 Tage“ – im Ernst?
      Wohl Hotelier, der dann auch noch auf Entschädigung durch den Staat hofft.
      Anstatt einer Anzeige wegen Körperverletzung!

  5. NEIN: Ischgl hätte spätestens am 6. März abgesperrt werden müssen – wie am 14. März Heiligenblut. Ischgl ist die Ursache für eine riesige Ansteckungswelle in Skandinavien und Island.
    Als ich am Freitag den Tiroler Landeshauptmann Platter im ZiB-Interview sah, dachte ich sofort, da wird etwas vertuscht. Auf die (dreimal gestellte) Frage, wie er sich den Coronavirus-Cluster in Ischgl erkläre, druckste er herum, wie ein Schulbub, der beim Onanieren erwischt wurde, und versuchte verzweifelt abzulenken. Das machte mich stutzig, was hat er zu verbergen? Ich habe dann (wie hier auf diesem Blog) selber ein bisschen recherchiert, und in der Tat: Ischgl hätte mindestens schon eine Woche früher unter Quarantäne gestellt werden müssen! Aber offensichtlich gingen Profitinteressen der Tourismusindustrie vor jenen der Volksgesundheit. Und so konnten zehntausende Gäste eine Woche lang ungehindert, unkontrolliert und vor allem ungewarnt aus Ischgl und Umgebung abreisen und das Virus in halb Europa verbreiten. Das ist ein echter Skandal! Ischgl ist eine der größten Coronavirus-Schleudern Europas gewesen!
    Wie hier ja auch betont wird, hatten bereits am 5. März 2020 die isländischen Behörden eine ausdrückliche Reisewarnung für Ischgl ausgegeben und den Skiort namentlich in die Liste der „high-risk areas“ neben China, Italien, Südkorea und Iran aufgenommen: https://www.icelandreview.com/…/those-in-quarantine-will-r…/
    In Tirol wusste man das, hat aber wider besseres Wissen abgewiegelt: https://www.meinbezirk.at/…/coronavirus-positiv-getesteter-…
    Die Erklärung war eher Wunschdenken. Die Symptome bei den betroffenen Isländern traten zu rasch nach ihrer Ankunft in Island auf, als dass sie sich erst im Flieger angesteckt haben konnten. Inzwischen wurde aber ohnehin die entsprechende Meldung von der Homepage der Tiroler Landesregierung entfernt: https://www.tirol.gv.at/…/coronavirus-islaendische-gaeste-…/
    Auch die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen erklärte am 10. März Ischgl namentlich zum No-Go-Gebiet: https://www.nordschleswiger.dk/…/pressekonferenz-massnahmen…
    Am 11. März zählte Premierministerin Frederiksen in ihrer Pressekonferenz, auf der sie die einschneidenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus präsentierte, einmal mehr bestimmte Regionen „in China, Südkorea und Österreich“ auf: https://www.altinget.dk/…/live-mette-frederiksen-kommer-med…
    (hier bei 10’52; Østrig = Österreich). Übrigens eine ganz tolle Rede – da können sich sämtliche PolitikerInnen in Österreich eine Scheibe abschneiden.
    Erst gestern, am 13. März, reagierten die österreichischen Behörden adäquat! Die Ausreden der Behörden, man habe sofort gehandelt, als man gesicherte Daten hatte, ist ein schlechter Witz!

  6. Ich kann meinerseits den Bericht von Martin Weber bestätigen. Ich war in Ischgl vom 7.3. bis zum 12.3. Am 8.3. war ich mit meiner Truppe noch im Kitzloch. Wir erfuhren erst im nachhinein dass es dort einen Fall gegeben hatte. Darüber war etwas auf Kitzloch’s Facebook Seite am 7.3. Nachmittag gepostet worden aber kein Zettel an der Eingangstür (!!). Der Facebook Post wurde auch mittlerweile von Kitzloch gelöscht (sie haben es zugegeben als ich sie darüber fragte).

    Ich und die meisten meiner Truppe konnten dann am Do 12.3. aus Ischgl fliehen. Zuhause in Berlin sofort in die freiwillige häusliche Quarantäne. Noch am gleichen Abend bekam ich die Symptome. Meine restlichen Skikumpels haben sich bis gestern auch alle nach Hause (nach Finnland) evakuiert. *Jeder* hat die Symptome und die ersten Testergebnisse werden in Kürze erwartet.

    In Berlin wird nicht mehr getestet nur wenn man Symptome hat, und *noch nicht* wenn man zusätzlich aus Ischgl kommt. Ich hoffe die Berliner Behörden kapieren bald das jeder der aus Ischgl kommt getestet werden sollte weil man wahrscheinlich fast 100% positive Ergebnisse bekommen wird…

  7. Wenn man hier bewusst zugesehen hat, um dem Tourismus noch ein paar Wochenenden zukommen zu lassen, so wäre das eine Riesensauerei und grenzt an Vorsatz. Man darf aber nicht übersehen, dass auch Grippezeit ist und man nun rückblickend zwar schlauer sein kann, im Augenblick des Phänomens gleichzeitig viele Erkrankte zu haben, konnte man das unter Umständen wirklich nicht erkennen.

  8. An alle die hier Jammern! Seit Ausbruch des Coronavirus in China müßte jedem vernünftigen Mensch bewusst geworden sein das dieses Virus sich weltweit verbreiten wird!
    Leider wurde dies auch von den Menschen die einen Urlaub gebucht hatten ignoriert! Haligali,und Party war den meisten wichtiger als zu Hause zu bleiben! Nicht einzelne Personen oder Orte kann man hier Schuld zuschieben, sondern auf höchster EU Ebene wurde hier von Anfang an versagt! Man hätte schon von Anfang an eindringlich die Europäische Bevölkerung warnen sollen!

    1. Aha. Also die EU ist schuld. Weder unser Herr Kurz noch der Herr Platter mit ihren Sanitätsexperten hätten was tun sollen sondern die EU. Auch nicht jene Hoteliers, die wussten, was der Corona-Virus ist und trotzdem ihre Ställe und Scheunen sperrangelweit aufgemacht hatten. Auch nicht die Sanitätsexperten auf Bezirskebene, die da hätten etwas tun sollen? Aber die EU. Bravo für eine derart glasklare Analyse.

  9. frage 1 : wer hatt den deutschn kellner angesteckt ?muss ja von einem angesteckt wordn sein? einer muss des virus ja in ischgl angeschleppt haben….

    frage 2 : könnt er von einem anderen deutschen karneval – besucher angesteckt worden sein?

    1. Sind Sie denn richtig informiert?

      Besagte Person war Norweger, nicht Deutscher.

      Diese Person trifft meiner Meinung nach jedoch keine Schuld.

      Ischgl-Funktionäre, Herr Platter und seine Landessanitätsdirektion mit völligen Fehleinschätzungen der Gefahrenlage dann schon eher.

      Europaweite Fallzahlen scheinen dies zu bestätigen.

      Gruß
      LX

  10. Ich verstehe die Aufregung um Ischgl nicht!!
    Man erinnere sich vor 11 Jahren waren 38 Menschen in Lawinen gestoben,deren Tod man locker verhindern hätte können
    Ab dem 27./28. Jänner herrschten im Raum Paznaun Lawinenwarnstufen ab 3, immer wieder aber 4/5, und die Silvretta Bundesstraße (B 188) zwischen Pians und Galtür – die einzige Zufahrtsstraße nach Galtür – wurde ab dem 6. Februar immer wieder aus Sicherheitsgründen geschlossen, sodass die Region nicht mehr erreichbar war. Im Paznaun mussten ab dem 9. Februar wiederholt Versorgungsflüge mit einer in Schwaz stationierten Alouette III des Bundesheers geflogen werden, da auch die einzige Zugangsstraße wieder gesperrt wurde. Zuletzt war sie eine ganze Woche lang gesperrt worden. Lediglich am Samstag, dem 13., wurde sie für einige Stunden geöffnet, um den Urlauber-Schichtwechsel zu ermöglichen.Tausende Urlauber reisten san diesem Tag ein, anstatt dass man evakuiert hätte. Zu dieser Zeit befanden sich neben den etwa 850 Einwohnern etwa 5.000 Urlaubsgäste im Tal. Man hat die Geldgier damals schon über die Sicherheit der Gäste gestellt. Seitdem habe ich nie mehr das Paznauntal betreten!!!!! Hätten andere das gleiche getan, hätte sich definitiv in Ischgl niemand mit Corona infisziert. Aber nächstes Jahr ist eh wieder alles vergessen . Und Ischgl platzt wieder aus allen Nähten. JEDER IST FÜR SICH SELBST VERANTWORTLICH!!!
    Und hat die Wahl , wann ich mich wo aufhalte!!

    1. Erstens ist die Lawine 21 Jahre her. Und zweitens war die Lawine, in der Größe, nicht vorhersehbar. Vom Schweizer Lawinen Institut in Davos bestätigt.

    2. „….locker verhindern hätte können….“….
      Von medizinischen Dingen verstehe ich nicht viel….. aber zur Lawine
      Aber diese Aussage ist schlichtweg dumm. Im Nachhinein ist jeder klug. Zu dem Zeitpunkt als man es beurteilen musste wurde mit dem Wissenstand die richtigen Entscheidungen getroffen….
      Solche Aussagen nachher zu treffen ist sehr einfach und ich wüsche jedem der sich so äußert, dass er selbst mal Entscheidungen über die Sicherheit von anderen Treffen muss, genau genommen nur spekuliert und mit seiner Entscheidung leben muss…

  11. Wir waren vom 29.02. bis 04.03. in Ischgl.
    Ab Sa. 08.03. haben wir alles verfolgt und uns per WhatsApp ausgetauscht.

    ZITAT Do. 12.03.
    „Laut RKI immer noch kein Risikogebiet“
    „Gut Nacht Deutschland (die pennen doch alle)

    Deutschland hat genauso gepennt wie die „fahrlässigen Österreicher“
    Eine bekannte Gruppe hat jetzt einen Coronafall.
    Wir sind alle nicht getestet !!! Ohne ausreichende Symptome kein Test !!!
    Allen Lesern viel Glück und Gesundheit

  12. war mit Freunden in Ischgl vom 7.3.-11.3.
    Ergebnis: alle haben als Reiseandenken den Coronavirus mitgenommen!
    wir waren in der Champagnerhütte und in der Tenne.
    das schlimme: wir haben uns auf die amtliche Corona-Berichterstattung des Landes Tirol verlassen, die dann mal im Laufe des Aufenthaltes auf einen positiv getesteten Fall im Kitzloch verwiesen hat, ihr kennt ja den Text: alle Kontaktpersonen wurden identifiziert und separiert, d.h. wir haben alles im Griff, ihr seit sicher hier … blablabla.
    so langsam kommt ja das Ausmaß dieses Infektionsherdes ‚Ischgl‘ an’s Licht.
    Spätestens nach Bekanntwerden der nachgewiesenen Infektionsfälle aus Island/Schweden/Dänemark, Luxemburg am 5.3. hätten bei den Verantwortlichen alle Alarmglocken angehen müssen.
    Die o.g. Informationen der Bevölkerung und den Gästen zu verschweigen ist aus meiner Sicht fahrlässiges bzw. grobfahrlässiges Verhalten.
    Nachdem die Landesregierung ja immer noch der Meinung ist in der Causa Ischgl alles richtig gemacht zu haben und das Thema herunterspielt anstatt einen Untersuchungsauschuss zur Aufarbeitung einzurichten, müsste man echt über das anstrengen einer Sammelklage nachdenken.
    Wir haben alle so die Schnauze voll und werden erstmal für lange Zeit nicht mehr nach Ischgl fahren.

    1. Bitte verklagen Sie auch Hrn. Platter, Tigl und Konsorten auf Gefährdung, Dienstentgang und Körperverletzung. Diese ‚Entscheidungsträger‘ werden in genügender Höhe bezahlt, um Verantwortung zu übernehmen. Hier ging es nicht um Banalitäten, sondern um die höchst fahrlässige Gefährdung von Menschenleben. Nicht wenige Ischgl-Urlauber werden älter als 60 sein, viele von ihnen Vorerkrankungen aufweisen und sind dadurch in hohem Maße durch Corona gefährdet.

      1. Hätte, hätte Fahrradkette!

        Dann hätte die chinesische Regierung nach dem chinesischen Neujahrsfest keinen mehr zurück nach Europa fliegen lassen dürfen.

        Dann hätte Italien viel zu spät seine Grenzen geschlossen,
        da ja viele Schweizer, Österreicher und Deutsche dort Urlaub machten…

        Also eines kann uns allen klar sein, das Corona ein grippe ähnliches Virus ist an dem früher oder später 60-70 %
        der Bevölkerung erkranken wird bis diese dann Immun sind und wir wieder in den hoffentlich normalen Alltag zurück kehren.

        Ps. Ich frage mich…
        #Was wäre, würde so mit jeder Grippewelle verfahren werden?
        #wird das alles eventuell nur hochgepuscht um etwas zu testen oder um uns abzulenken (da ja bei normaler Grippe auch alte und vorerkrankte gefährdet sind)

        1. Noch ein ergänzender Gedanke…

          Erst durch die Medien, den Schutzmaßnahmen der diversen Staaten und unseren jetzigen Einschränkungen wurden wir sensibilisiert bzw haben jetzt Angst vor corona???

          Davor wissen wir zwar von Corona Fällen in den besagten Orten, gehen aber trotzdem dorthin um ski zu fahren und zu feiern

          Und jetzt schimpfen wir über zu spät erfolgte Maßnahmen und suchen einen Sündenbock um uns vllt von unserer Eigenverantwortung und ignorantem Verhalten zu distanzieren???

          Für mich ist das „den schwarzen Peter“ weiter geben…

  13. Es ist fahrlässig und betrifft und alle !
    Die Geldgier der Hotelbesitzer hat nun viele auf dem Gewissen ! Meiner Meinung nach sollte Ihnen dafür die Hotellizenz entzogen werden und alle Verantwortlichen wie Bürgermeister und t. Regierung sollten sich dafür vor Gericht verantworten ! Ich war jedes Jahr gerne Gast in Ischgl , für dieses Verhalten werde ich keine weitere Reise mehr dort hin planen!

    1. Wieviele sind in Ischgl erkrankt und wieviele daran gestorben?
      Hast du da genauere Zahlen wenn du schreibst

      „ Es ist fahrlässig und betrifft und alle !
      Die Geldgier der Hotelbesitzer hat nun viele auf dem Gewissen“

      Glaube wir sollten ein bisschen sensibler sein, denn dort leben sicher auch einfache Arbeiter die hart arbeiten und jetzt um ihre Jobs und ihre Existenz bangen…

      Was ist mit dehnen?
      Was sollen diese deiner Meinung nach jetzt machen?

  14. unter ärzten, arzt sei erwähnt, war das drama schon im feb bekannt. auch ex mitarbeiter wurden vom dt zahnarzt in ischgl um den 5en infiziert. schön langsam fragt man sich echt, was da los war, ich denke schon das hier gezielt manche gewissenhaften menschen „mundtot“ gemacht wurden, und vorallem von wem (da braucht man aber nicht allzu viel denken)

  15. Dann befragen Sie vorher aber bitte auch noch all jene …

    *die nach dem Abbruch des Urlaubs in Südtirol noch nach Nordtirol gereist sind und das, obwohl sie möglicherweise bereits infiziert waren
    und bitte auch
    *jene Touristen, die – NACHDEM die ersten Gemeinden in Tirol offiziell unter Quarantäne gestellt wurden – NICHT ohne Zwischenstopp ausgereist sind, sondern sich noch ein paar nette Tage im Tiroler Unterland – zB Zillertal – gemacht haben. Als Dankeschön schnellen jetzt nämlich auch die Zahlen in diesen Tälern in die Höhe. Wer kann sagen, ob das Virus bei uns nicht von „Quarantäneurlaubern“ eingeschleppt wurde? Richtig, niemand. Denn bekanntlich ist dieses Virus nicht sehr auskunftsfreudig, wenn es gefragt wird, wo es denn zuletzt war.

    Und vergessen wir bitte nicht jene, die es TROTZ der Warnungen vorgezogen haben, noch weiterhin Ausflüge nach Tirol zu machen.

    Es ist schon klar, dass die Tiroler Regierung da einiges verbockt hat. Dafür bedanke ich mich auch recht herzlich.
    Jedoch stellt sich die Frage genauso, was zuerst da war… das Huhn oder das Ei?

    Denn ganz unschuldig sind die „Wir-haben-schließlich-bezahlt-Mann-Horden“ nun auch wieder nicht.
    Bisher wurde nämlich nur nach dem letzten Aufenthaltsort gefragt. Hat man denn auch nachgefragt, wo sie vorher waren?

    Ganz abwegig ist der Gedanke nämlich in der Tat nicht, da Tirol bekanntermaßen an Südtirol angrenzt und somit der Weg nach Südtirol/Italien nicht weit ist.

    So nebenbei ist es etwas verwunderlich, dass es sich kurz nach der Schließung der Saison in Südtirol auch auf anderen Straßen teils heftig gestaut hat – AUSSERHALB des regulären Urlauberschichtwechsels.

    Was in Tirol vorher passiert ist, ist absolut nicht richtig. Aber es ist auch nicht richtig, dass es Urlauber danach unterlassen haben, umgehend in ihre Heimat zurückzukehren und sich in Quarantäne zu begeben. Stattdessen wurde auch von deren Seite noch mitgenommen, was ging. Und diese Urlauber haben in weiterer Folge genauso zu den ständig steigenden Zahlen der Neuinfektionen beigetragen.

    Was auch immer man von der zugegebenermaßen fragwürdigen Vorgehensweise dieser Landesregierung halten mag … etwas Anstand sollte man jedoch bewahren.

    Ich ärgere mich auch mehr als genug über deutsche Touristen und nenne sie nicht Drecksäcke oder was auch immer. Obwohl ich mit Tourismus absolut nichts zu tun habe und auch nicht davon profitiere. Es gehört sich einfach nicht, jemanden so anzusprechen.

    Denken Sie lieber über Klagen gegen China nach oder bewegen Sie Ihre Regierung dazu, diese zu sanktionieren. Ischgl mag ein Hotspot sein, aber ERFUNDEN wurde der Virus ganz klar NICHT IN TIROL. Wenden Sie sich bitte an den eigentlichen Verursacher dieses Chaos.
    Oh! Entschuldigung. Ich vergaß. Es ist einfacher, eine einzelne kleine Ortschaft dafür verantwortlich zu machen als eine Weltmacht wie China, die uns das Geschenk „Corona“ doch überhaupt erst ermöglicht hat.

    MfG
    Eine Tirolerin aus dem Unterland (weit weg von Ischgl), die nun seit weit mehr als einer Woche mit 4 Schulkindern in Quarantäne sitzt und nicht über eine Klage gegen ebenso verantwortungslose Touristen nachdenkt, da es weit größere Sorgen gibt als gegenseitige Schuldzuweisungen.

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