Tiroler Skiverband: Auch Training außerhalb des Spitzensports jederzeit möglich

Wer kann, der darf. In einem Mail an die „Lieben Skisportfreunde“ informiert der Tiroler Skiverband (TSV), wer „Aufstiegshilfen“ (also Schilifte), Trainingspisten und sogar Beherbergungsbetriebe in Tirol benutzen kann. Eine beigefügte Liste enthält die Namen von 442 Schülerinnen und Schülern aus Tirol. Nachmeldungen sind möglich. Auch jüngeren Jahrgängen ist dies gestattet. Sogar das „Training außerhalb des Spitzensportes“ sei „ab sofort“ möglich. Dabei gelte die Regel: maximal 6 Kinder (auch aus verschiedenen Haushalten) plus 1 bis maximal 2 Erwachsene aus 2 Haushalten. Semiosis liegt das Mail vor. Von Sebastian Reinfeldt.


Weil in Tirol nicht alle gleich sind

Die 2. COVID-19-SchuMaV ist seit 7. Dezember in Kraft. Sie sieht vor: Profisportler*innen können demnach ihren Sport ausüben und dafür auch trainieren. Aber: Diese Ausnahme wird beim Schifahren weidlich ausgenutzt. Dies hat ein Semiosis-Augenschein in den Kitzbüheler Alpen ergeben. Dort finden unter dem Deckmantel eines örtlichen Schiklubs und der FIS normale Schilehrerstunden auf den Pisten statt – hochprofessionelles Pflugfahren inklusive. Nun erklärt der Tiroler Skiverband in einem Mail, wie der Zugang zukünftig geregelt werden soll. Zur Sicherheit fügt er eine Blankobestätigung bei, die an alle Lift- und Beherbergungsbetriebe geht. Zur Vorlage/ Information an die jeweilige Behörde.



„Spitzensportler“ in Anführungszeichen

Dass die Bedeutung dessen, was unter Spitzensport zu verstehen ist, aktuell sehr weit ausgelegt wird, gesteht der TSV in dem Einleitungssatz des Mails zu. Es gebe eine mittlerweile große Anzahl an Spitzensportlern, wobei das letzte Wort in Anführungszeichen gesetzt ist.

Liebe Skisportfreunde,

aufgrund der mittlerweile großen Anzahl an „Spitzensportlern“ ist die bisherige Handhabung der Bestätigungen nicht mehr zu bewerkstelligen. Deshalb haben wir uns in Absprache mit dem ÖSV auf folgende Vorgehensweise geeinigt. Diese Informationen erhalten auch alle Skiliftbetreiber, die Pisten für das Training anbieten.

Betreuer-Bestätigungen einfach per Mail anfordern

Zum Trainieren auch ohne Beschränkungen sind demnach Kinder der Jahrgänge 2009 bis 2011 berechtigt, die in folgender Liste https://www.skizeit.at/athletes stehen. Außerdem  können Jugendliche der Jahrgänge 2008 bis 2005 jederzeit trainieren, sofern ihr Name in einer angefügten Excel-Tabelle aufscheint. Diese enthält derzeit 442 Einträge. Wer die jungen Menschen begleiten will, kann beim TSV eine Bestätigung per Mail anfordern:

Die Bestätigungen für Betreuer/Trainer werden so wie bisher von uns ausgestellt – bitte per Mail anfordern. WICHTIG: Das ÖSV-Präventionskonzept (siehe Anhang) ist unbedingt einzuhalten ist.

Training außerhalb des Spitzensports ist auch möglich

Auch geregelt ist nun das Training außerhalb des Spitzensportes. 6 Kinder aus verschiedenen Haushalten dürfen miteinander Schifahren. Zwei Erwachsene können sie dabei begleiten.

Training außerhalb des Spitzensportes ist wie folgt ab sofort möglich: max. 6 Kinder (auch aus verschiedenen Haushalten) plus 1 bis max. 2 Trainer (Erwachsene aus max. 2 Haushalten), der 1m-Abstand ist dabei immer einzuhalten.
ÖSV/TSV-Empfehlung ist – 1 Trainer plus 6 Kinder.
ACHTUNG – Aufstiegshilfen können bis 24. Dezember NUR von Spitzensportlern benützt werden.

Allerdings können sie dafür, offiziell, keinen Lift benützen. Nur: Wer soll das eigentlich kontrollieren?


Semiosis-Texte zum Thema:

COVID-19 in Österreich: Wir wollen uns durchseuchen (11.12.2020)

Schifoan in den Kitzbüheler Alpen: Wenn man es sich richten kann (9.12.2020)

Triage in Tirol kein Fremdwort mehr (19.11.2020)

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