Sebastian Reinfeldt

Sebastian Reinfeldt wurde am 31.10. 1963 in Hannover geboren. Der Ort war eher zufällig gewählt, da dort sein Großvater beerdigt wurde. Dann absolvierte er die üblichen Schulen in Karlsruhe und Mainz. In Mainz maturierte er schließlich mit 20 Jahren (ja, er hat dann mal eine Klasse wiederholt).

Als ärgste Jugendsünde mag aber seine damalige Mitgliedschaft in der deutschen FDP gelten, die er aber im Zuge der Startbahn18 West Auseinandersetzungen beendete. Er blieb aber Vorsitzender der Mainzer Jungdemokraten. Nach seinem Zivildienst beim Jugendamt der Stadt Mainz begann Sebastian Reinfeldt sein Studium, zuerst Germanistik und Politikwissenschaften in Mainz, später Politikwissenschaften, Philosophie und Öffentliches Recht in Frankfurt/Main. Noch in Mainz war er gewähltes Mitglied im ASTA der Uni Mainz und dort Referent für Wissenschaft und Gesellschaft. Politisch gehörte er zu den links-undogmatischen Basisgruppen, die damals die erste “rot-grüne” Koalition an einer deutschen Uni mit den Jusos eingegangen sind. Die damalige ASTA-Vorsitzende ist jetzt Ministerin im Bundesland.

Sein Weg führte ihn aber in die Wissenschaft. 1997 promovierte er in Frankfurt/Main bei Alex Demirovic und Joachim Hirsch. Schwerpunkte sind und waren Rassismusforschung (Publikation: Rassismus: die unsichtbare Gewalt, Mainz 1992), die neue Rechte (mit Richard Schwarz: Bio-Macht: Biopolitische Konzepte der Neuen Rechten, Duisburg 1992), politische Theorie (Mit-Herausgeber:  Denk-Prozesse nach Althusser, Hamburg 1994) und Post-Strukturalismus (Herausgeber: Etienne Balibar: Für Althusser, Mainz 1994). Schließlich konzentrierte er sich auf das damals neue politische Phänomen des Rechtspopulismus in Österreich und in Europa (Nicht-Wir und Die-da, Wien 2000; Wir für Euch, Duisburg 2013).

Seit 1998 lebt Sebastian Reinfeldt in Wien. Er arbeitet als prekarisierter Politikwissenschaftler mit Lehraufträgen an verschiedenen Universitäten und in der Erwachsenenbildung als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache.  Außerdem ist er Vater dreier Kinder. Politisch unterstützt er Initiativen einer neuen Linken in Österreich. Die Allianz Wien Anders in der Hauptstadt hat er mitgegründet.