Impfungen, Medikamente, Prävention: Österreich taumelt ins COVID-Desaster

Es ist ein Standardsatz bei der Beantwortung unserer Medienanfragen: COVID-19 ist seit 1.Juli 2023 keine meldepflichtige Erkrankung mehr. Die Konsequenzen dieser Entscheidung der österreichischen Bundesregierung, namentlich von Gesundheitsminister Johannes Rauch, die das angebliche Ende der Pandemie absichern sollte, sind weitreichend. So gibt es schlicht kein Pandemiemanagement mehr, die staatlichen Gesundheitsbehörden sind raus, die Bildungseinrichtungen laufen … Weiterlesen

Gegen den Pandemierevisionismus

Die Pandemie sei vorbei, so plappern viele Medien. Jetzt sei COVID-19 ja endemisch, und daher nicht mehr bedrohlich. Sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO habe das gesagt. Also kehren wir alle zurück zu „normal“, was Bundeskanzler Karl Nehammer schon als Schnitzelessen ohne Gewissensbisse und unbegrenztem Bargeldbesitz definiert hat. Das ist alles falsch. Die WHO hat den Gesundheitsnotstand … Weiterlesen

#Maskup – Eine neue Twitter-Welle und der rechte Pranger-Journalismus

Auf Twitter tauchen vermehrt Tweets mit dem Hastag #Maskup auf. Dabei zeigen Personen auf Fotos, bei denen sie eine Maske tragen, dass sie weiterhin sich und andere schützen wollen. Sie begründen auch, warum sie das tun. Semiosis-Redakteur Sebastian Reinfeldt hat sich an dieser Aktion beteiligt. Dadurch wurde er „Objekt“ eines „Artikels“ im Internet-Medium Exxpress, das … Weiterlesen

Die drei Basiserzählungen in Corona-Verschwörungsideologien

Unser Corona De-Briefing, nächster Teil. Während derzeit sowohl Politiker*innen als auch Journalist*innen die Aussage kreieren, die Schutz-Maßnahmen gegen Corona seien übertrieben gewesen, ziehen neue Infektionswellen mit dem gefährlichen Virus durch die Lande. Da weder ordentlich getestet und somit auch nicht korrekt gezählt wird, haben wir nur ungefähre Daten über das Ausmaß der Durchseuchung zur Verfügung. … Weiterlesen

Pandemie: Ein Volk atmet auf

Jetzt, da die Pandemie offiziell für beendet – oder zumindest für nicht mehr so gravierend – erklärt wurde, versuchen wir auf Semiosis ein Debriefing. Auch wenn die österreichische Gesundheitsagentur AGES ein solches bereits Anfang Januar 2021 mit dem umstrittenen schwedischen Epidemiologen Anders Tegnell veranstaltet hat. Es kam halt anders. Dennoch wollen wir unsere kontinuierliche Berichterstattung … Weiterlesen

Update: Die Rückkehr der Pandemie (aber in Österreich weiß man noch nix Genaues)

Januar 2020: In China kostet die Covid-19-Infektion das erste Todesopfer. Bis zum 3. Januar 2020 werden der WHO aus China 44 Erkrankte gemeldet – darunter mehrere Schwerkranke. Das Virus wandert rasch nach Europa und breitet sich aus. Am 24. Januar 2020 informieren die französischen Behörden über den ersten Fall. Dann folgt Deutschland. Ende Februar bestätigt … Weiterlesen

Wie Pfizer die Pandemie gewann

Corona Impfung

Da Covid-19 auch in Österreich weiterhin Tausende von Menschen infiziert und jeden Tag tötet, ist die Sehnsucht nach einem Ende der Pandemie verständlich. Doch sie ist noch nicht zu Ende. Zwar haben wir ein ordentliches Monitoring aufgegeben. Die verfügbaren Rumpfdaten zeigen aber an: Ohne Maßnahmen hatten wir eine stille Infektionswelle. Und der Varianten-Winter steht uns … Weiterlesen

Ein Aufruf, den Tod von Lisa Maria Kellermayr nicht zu instrumentalisieren

Die Ereignisse der letzten Wochen verändern auch den Charakter von Semiosis. Unsere Plattform wird zunehmend ein Sprachrohr für Stimmen, die zuvor geschwiegen haben. Wir bieten publizistischen Raum für Diskussionsbeiträge und weiterhin für kritische Recherche. Heute erreicht uns ein Text, der sich mit dem Thema „Lisa Maria Kellermayr und die Politik“ beschäftigt. Die Autorin, die Twitter-Userin … Weiterlesen

Nach dem Tod von Lisa-Maria Kellermayr: Wir müssen über mangelnde Fehlerkultur reden

Die Ärztin aus Oberösterreich, die sich das Leben nahm, war das Opfer von rechtsextremem Hass und Gewaltdrohungen. Sie ist für viele ein Symbol. Denn sie ließ sich nicht einschüchtern. Sie hat an ihrem ärztlichen Berufsethos und an wissenschaftlichen Wahrheiten festgehalten. Als sie ins Visier des organisierten rechten Mobs geriet, musste sie nicht nur feststellen, dass sich das politische Establishment nicht traute, sich offen und öffentlich vor sie zu stellen. Auch der nötige behördliche Schutz wurde ihr – mit Ausnahme von zwei Wochen Polizeischutz – verwehrt.

Es ist genau diese Erfahrung des Alleingelassen-Werdens, die nicht wenige Menschen so wie sie erleben. Das beginnt in der U-Bahn oder im Bus, wenn sie darum bitten, eine Maske aufzusetzen. Und das geht bis zur Politik, die sämtliche Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 Infektionen fallen lässt und damit ein sozialdarwinistisches Wettrennen ums Gesundbleiben eröffnet.

Twitter-User und Citizen-Journalist InViennaVeritas fordert in seinem Kommentar zum Suizid von Lisa-Maria Kellermayr daher, dass Fehler eingestanden und korrigiert werden. Wir haben – mit seinem Einverständnis – einen Twitter-Thread von ihm zum Thema aufbereitet.

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Twitter-Essay: Am 31. Juli sagt Rauch: „April, April, es war alles nur ein Scherz – Sorry!”

Diese Woche kündigte Gesundheitsminister Johannes Rauch an, er möchte gerne einen Essay über Twitter schreiben. Irgendwann. Denn er ist nicht zufrieden, wie all diejenigen Diskussionen im Kurznachrichtendienst ausgehen, an denen er beteiligt ist.

Wir haben daraufhin Twitter-User*innen, die das Wirken des Ministers kritisch beleuchten, um eigene Texte gebeten: Twitter-Essays über den Minister sozusagen. Den ersten Essay, Wie unter Rauch die Schwurbler gewannen, reichte Twitter-Userin Anne ein. Über unseren Postkasten erreichte uns nun ein weiterer Text. Eingereicht von einem Pseudonym names Bridges. Wir kennen den echten Namen. Bridges entwirft eine satirische Verschwörungstheorie, der zufolge das Quarantäneaus nur ein böser Scherz gewesen sei.

Auch für diesen Essay stammt das Titelbild von unserem Kollegen Christoph Weißenbäck. Er hat uns dieses Foto, das er auf der Rauch-Pressekonferenz geschossen hat, für die Twitter-Essays geschenkt. Danke!

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Twitter-Essay: Wie unter Rauch die Schwurbler gewannen

Am 26. Juli 2022 absolvierte Gesundheitsminister Johannes Rauch zwei große Medienauftritte: Um 16:30 Uhr eine Pressekonferenz, bei der er und Wirtschaftsminister Martin Kocher sowie Katharina Reich (Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit) das Ende der Quarantäne für Corona-Positive verkündeten. Und zu begründen versuchten. Am Abend dann beantwortete er in der ORF-Sendung Zeit im Bild 2 die Fragen des Journalisten Martin Thür.

Beide Termine gingen schief. Während er auf der Pressekonferenz noch meinte, infizierte Kinder sollten mit Maske in den Kindergarten gehen, verstieg er sich am Abend zu der Aussage, sie könnten auch einfach so dorthin.

Indes: Seine eigene Verordnung, zum Zeitpunkt des ersten Medienauftritts bereits unterschrieben, sagte etwas anderes aus. So folgte heute auf Twitter der Rückzug: „Sorry. Tatsächlich gibt es ein Betretungsverbot.“ Die Regierung wartete keine Stellungnahmen zur Verordnung ab. So tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf. Die Verwirrung ist groß.

Im Rahmen der Pressekonferenz kündigte der Minister zudem an, er möchte gerne einen Essay über Twitter schreiben. Irgendwann.

Wir haben daraufhin Twitter-User*innen, die das Wirken des Ministers schon länger kritisch beleuchten, um eigene Texte gebeten: Twitter-Essays über den Minister sozusagen. Twitter-Userin Anne hat diese Gelegenheit genutzt. In ihrem Beitrag zeigt sie auf, wie gut es ist, dass das Internet nicht vergisst.

Das Titelbild stammt übrigens von unserem Kollegen Christoph Weißenbäck. Auch ein Twitter-User übrigens. Er hat uns das Foto, das er auf der Rauch-Pressekonferenz geschossen hat, geschenkt. Danke!


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Bildung und Gesundheit sind keine Gegensätze

Die Bundesregierung will erst kurz vor Schulbeginn verraten, welche Maßnahmen zum Gesundheitsschutz von Schüler*innen und Lehrerpersonal sie einführen will. In ihrer üblichen Manier beobachtet bis dahin die Covid-Infektionszahlen und die öffentliche Diskussion zum Thema Covid und Schule. Für diejenigen, die meinen, Covid sei ja eh kein Problem scheint klar: Es braucht gar keinen Schutz. Sie … Weiterlesen

Wissen wir genug über das Infektionsgeschehen?

Abwassermonitoring, Virusvariantenscreening, Sentinelsystem – so lauten derzeit die Covid-19-Schlagworte.

Wer kennt sich dabei aus? Im Grunde genommen geht es um eine einfache Sache: Wir sollten wissen, welche Virusvarianten im Sommer und im Herbst in Österreich umgehen werden. Denn es ist wichtig, abzuschätzen, wann eine weitere Covid-19-Welle droht. Außerdem wäre es gut, wenn wir den Variantentyp, seine Gefährlichkeit und das mögliche Ausmaß von Infektionen einordnen könnten.

Sebastian Reinfeldt hat recherchiert, wie die Behörden in Österreich dabei vorgehen wollen. Spoiler: Sie streiten noch. [Update 2.6.2022: Was mittlerweile als Plan dabei durchscheint, sieht mehr nach Verschleierung als nach transparenter Information aus. In den Protokollen der Coronakommission wird nämlich vermerkt, dass es aktuell kein funktionierendes Überwachungssystem in Österreich gibt.]


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Ende der Maskenpflicht: auf der Suche nach der Evidenz

Nun fällt die Maskenpflicht ab 1. Juni 2022; ebenso die Tests an den Schulen. In der offiziellen Sprachregelung wird die Maskenpflicht zwar nur pausiert. Aber diese wirkungsvolle und preiswerte Maßnahme zur Bekämpfung der Corona-Pandemie irgendwann wieder einzuführen, wird im Herbst 2022 schwerfallen. Gibt es für das Ende des Maskentragens im öffentlichen Verkehr und im Handel … Weiterlesen

Frühlingserwachen? Wir dokumentieren den Ad-hoc Bericht der GECKO

Gibt es für das Handeln der österreichischen Regierung in der Pandemie wissenschaftliche Evidenz? Wer die Stellungnahme der Expert*innen-Kommission GECKO aufmerksam liest, findet für die aktuellen Lockerungen und Öffnungen keine entsprechenden Empfehlungen. Die Regierung fragte nämlich nach „Schutzmaßnahmen für den Fall niedriger Infektionszahlen“. Und nicht, ob das heute proklamierte „Frühlingserwachen“ wissenschaftlich gedeckt sei. Aktuell haben sich 38256 Personen mit Corona infiziert. 44 Personen sind gestorben. Aber: Machen Sie sich selbst ein Bild! Deshalb dokumentieren wir die Fragen der Bundesregierung und den Ad-hoc Executive Report der Expert*innen vom 15. Februar 2022 im Wortlaut. Sie können dieses Dokument auch auf der Seite des Bundeskanzleramtes herunterladen.


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Bis November 21 waren 1600 Kinder und Jugendliche im Spital

Wie viele Kinder und Jugendliche waren seit Beginn der Pandemie im Spital? Für die Antwort muss man ein wenig suchen. Mittlerweile gibt es diese Zahlen, mit zeitlicher Verzögerung. Die Gesundheit Österreich veröffentlicht sie in ihrem Factsheet Intensivpflege und Covid. Nun ziehen wir diese heran, weil das Bildungsministerium das Ende der Maskenpflicht in Volksschulen durchsetzt. Kommen etwa keine Kinder mehr mit COVID-19 ins Krankenhaus? Mitnichten. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Auf welcher Evidenz basiert also die Entscheidung des Ministeriums, die Maskenpflicht in Volksschulen aufzuheben?


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Corona-Zahlen: Was nicht passt, soll passend gemacht werden

Unsere Titelzeile enthält ein Zitat aus einer Bauarbeiterkomödie aus Westdeutschland. Die gab es als Film und als Serie. In Österreich wird gerade die nächste Staffel gedreht. Sie spielt allerdings nicht auf Baustellen, sondern in den Sitzungssälen der Regierungskommissionen.

Wenn die Pandemie nicht von selbst – oder durch die politischen Maßnahmen bewirkt – endet, dann ändern die Kommissionen die Parameter. Das Motto: Wenn wir weniger genau messen, dann gibts auch weniger Pandemie. Solch ein Vorstoß wird jedenfalls in der Ampelkommission ernsthaft beredet. Semiosis liegt das entsprechende Protokoll vor. Die Teilnehmenden diskutierten einen Vorschlag seitens der Gesundheit Österreich und des Ministeriums, die Berechnung des Risikos der Corona-Ampel zu ändern, sodass diese bald auf schönere Farben geschaltet werden kann. Das gesamte Protokoll ist ein Dokument der Kapitulation der Verantwortlichen vor Omikron. Der logisch nächste Schritt dessen, was dort beredet wurde, ist das Ende der Tests für die Bevölkerung – trotz weiterhin extrem hoher Inzidenzen. Wie das in Schweden passiert.


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Die Covid-Fragen eines Sideletter-Richters

Es sind zwei Meldungen vom Wochenende, die den derzeitigen Zustand der Politik Österreichs präzise kennzeichnen: In Sidelettern hat die ÖVP mit den koalierenden Parteien FPÖ und später Grüne führende Positionen der Republik nach Parteibuch besetzt. Darunter befinden sich auch Positionen am Verfassungsgerichtshof (VfGH). Just einer dieser Richter, die durch Sideletter-Absprachen mit der FPÖ in Position kamen, bittet nun das Gesundheitsministerium über die COVID-19 Maßnahmen um Auskunft. Seine Ausführungen, die er im Zuge der Prüfung der Rechtmäßigkeit der COVID-Maßnahmen niederschreibt, könnten allerdings direkt von Schwurblern und Corona-Verschwörern diktiert worden sein.


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Das Rätsel mit den Schultests

Wer wickelt die Schultests in Österreich eigentlich ab? Warum klappt das außerhalb von Wien so gar nicht? Und was kostet uns diese nicht funktionierende Testerei?

Nicht alle dieser Fragen können wir in einem einzelnen Beitrag beantworten. Für diese Recherche haben wir uns jedenfalls die Ausschreibungen für die Schultests genauer angesehen. Außerdem haben wir Lehrer*innen und Schüler*innen nach ihren Erfahrungen gefragt. Und wir haben mit dem Ministerium und mit der Leiterin eines Labors gesprochen, das gerade für die Schultests verantwortlich ist.

Nach all dem ist uns nicht klar, ob die Labore, die derzeit mit den Schultests beauftragt sind, diesen Auftrag überhaupt abwickeln können. Offen scheint uns auch, ob das derzeit beauftragte private Konsortium das überhaupt will. [Update am 3. Februar mit Infos zur Razzia bei der ARGE für molekulare Diagnostik.]


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Nicht mit uns! Schülersprecher*innen wenden sich gegen Durchseuchung

Zum wiederholten Male meldet sich eine Generation zu Wort, über die gerne geredet wird. Mit der aber die Politik nicht sprechen mag: Schülersprecher*innen aus ganz Österreich wenden sich an den Bundesminister Polaschek und die gesamte Regierung. Sie kritisieren deren Umgang mit dem Thema COVID und Schulen. Der nächste Schritt in der Chronologie des Versagens soll nun die geplante Durchseuchung, also die mutwillige Ansteckung von Kindern und Jugendlichen, sein. So die Schulsprecher*innen aus ganz Österreich. Wir dokumentieren ihren Brief, und unterstützen als Redaktion jeden ihrer Sätze.


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