Gaziantep: „Damit der letzte Funken Empathie nicht verglüht“

David Kirsch hat vor kurzem die türkisch-syrische Grenzregion Gaziantep bereist. Weil sie bei Gründung der türkischen Republik eine bedeutende Rolle spielte, erhielt die Stadt „Antep“ per Parlamentsbeschluss 1918 den Beinamen „Gazi“, was so viel wie Kämpfer bedeutet. Der Stadt der Kämpfer kommt aber nicht nur aus historischen Gründen eine besondere Bedeutung zu. Mit dem heutigen Tage leben mehr als Zweieinhalb Millionen Flüchtlinge in der Türkei – davon alleine 350.000 in der Region von Gaziantep. Die Stadt der Kämpfer ist also zur Stadt der Schutzsuchenden geworden, von Obergrenzen ist dabei übrigens keine Rede.

In seinem Blog RoadtoGaziantep berichtet David Kirsch über seine Begegnungen vor Ort. Im Gespräch mit Semiosis zeichnet er ein sehr differenziertes Bild der Situation in der Grenzregion. Dabei zitiert er einen Satz, der auch unser waches Interesse an den Entwicklungen im Mittleren Osten begründet: „You may not be interested in the Middle-East, but the Middle-East is interested in you.“ – Vielleicht interessierst du dich nicht für den Mittleren Osten, aber dieser interessiert sich für dich. So erging es David Kirsch selbst. Er studiert Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft und forscht seit 2009 vor allem zu außenpolitischen und migrationsrechtlichen Fragen, außerdem ist er Referent bei der ÖH Uni Wien für Bildung und Politik und arbeitet für den unabhängigen Nah-Ost-Think-Tank Mena-Watch.  Mit ihm sprach Sebastian Reinfeldt.

Weiterlesen