Die SPÖ in bester russischer Gesellschaft. Aus Liebe zur Macht (Update 24. Februar 2022)

Dialog of Civilizations Vienna

Christian Kern soll in den Verwaltungsrat der staatlichen Russischen Eisenbahnen (RZhD) berufen werden. Das berichtet jedenfalls die russische Agentur Interfax und daraufhin weitere russische und österreichische Medien. Sie berufen sich dabei auf eine informelle Quelle in Regierungskreisen und aus der Transportindustrie. Der ehemalige ÖBB-Chef kehrt also möglicherweise zurück in die Eisenbahnbranche. Ein ukrainischer Blogger fragt indes zurecht: „Um ehrlich zu sein, es gibt auf der ganzen Welt viele exzellente „Eisenbahner“. Warum also Kern?“ Mit dieser Recherche versucht Sebastian Reinfeldt eine Antwort: Die Kontakte der SPÖ zu Putin waren, und sind intensiv und institutionalisiert: Sie verlaufen über die Österreichisch-Russische Freundschaftsgesellschaft und über ein deutsches Dialogforum mit Büro in Wien. Mittendrin der ehemalige Chef der russischen Staatsbahnen – und ein weiterer roter Ex-Kanzler: Alfred Gusenbauer. (Teil 2 unserer Serie über den Einfluss russischer Politik in Österreich.)

Update 24. Februar 2022: Der Standard berichtet, das Kern seinen Aufsichtsratsposten mit sofortiger Wirkung zurücklegt. „Ich habe heute in den Morgenstunden die Organe der Joint Stock Company Russian Railways RDZ darüber informiert, dass ich mein Mandat im Direktorium mit sofortiger Wirkung zurücklege“, sagt Kern dem STANDARD. „Seit heute Nacht ist die RZD tatsächlich Teil einer Kriegslogistik geworden. Ich bedauere das zutiefst.“

Eine späte Einsicht.


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