Kollektivvertrag Sozialwirtschaft: „Die Unterbezahlung in dieser Frauen-Branche wird weitergeschrieben“ – Interview mit Selma Schacht

Sie werden beklascht und ihnen wird täglich von Seiten der Politik gedankt – und das vom Bundeskanzler Kurz abwärts: 125.000 Menschen, die im Bereich der Gesundheits- und Sozialdienste arbeiten. In der Mehrzahl Frauen. Sie sind „systemrelevant“ und sie gehören in Zeiten von Corona zu unseren aktuellen „Heldinnen„. Nach Wochen des Streikens für eine Arbeitszeitverkürzung haben die Gewerkschaften GPA-djp und der vida hinter verborgenen Videokameras ein Kollektivvertrag abgeschlossen. Zur anderen Seite, zu den Arbeitgebern, gehören die großen Hilfsorganisationen wie etwa die Volkshilfe, die Caritas oder das Hilfswerk. Die Beschäftigten scheinen mit dem Ergebnis nicht so glücklich zu sein – trotz einer 500 Euro Prämie für ihre derzeitigen Leistungen. Denn der zentrale Punkt für eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen, eine Arbeitszeitverkürzung auf 35-Stunden, wird es nicht geben. Über den Vertragsabschluss haben wir mit Selma Schacht gesprochen, die im großen Verhandlungsteam der Gewerkschaften mitarbeitet. Dort hat sie gegen die Annahme des Ergebnisses gestimmt.

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