„Die Personalsituation ist fahrlässig“ – Wiener Krankenhäuser werden eingespart

Schwarzbuch KAV

Der riesige Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) ist eine der größten Gesundheitseinrichtungen Europas. 1993 übernahm er die Aufgaben der damaligen Magistratsabteilungen 16, 17 und 23. Er ist ein Unternehmen der Stadt Wien und wird vom Gemeinderat kontrolliert. Dieses bürokratische Monster steuert und verwaltet 2016 elf Spitäler, drei Geriatriezentren sowie acht Pflegewohnhäuser mit rund 30.000 MitarbeiterInnen. Seit seiner Gründung ist der KAV die Zielscheibe andauernder Kritik seitens der FPÖ. Die rechtspopulistische Partei prangert politische Skandale an.
Weniger beachtet wurde bislang das Schwarzbuch Kranker Anstaltenverbund, das die unabhängige Gewerkschaft KIV/UG vorgelegt hat. In ihm sprechen die Beschäftigten in den Einrichtungen des KAV über ihren Arbeitsalltag. Sie berichten von Arbeitszeiten von bis zu 400 (!) Stunden pro Monat, vom andauernden Hackeln am Limit, von Ausbeutung per Dienstplan und Ignoranz der Verantwortlichen für ihre Situation. Deren Antwort lautet nämlich: Wir müssten weiter sparen, abbauen und zentralisieren. Im Oktober dieses Jahres wird übrigens mit der Geburtenstation des WGKK-Krankenhauses Hanusch im 14. Bezirk die nächste Krankenhaus-Station in Wien geschlossen. Ärztekammer, Gewerkschaft und der KAV haben sich zudem auf eine Kürzung von 328 Posten für Ärztinnen und Ärzte bis 2018 geeinigt.
Eine Recherche zum Wiener Gesundheitssystem von Sebastian Reinfeldt.

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