Bei der Abgrenzung zum Islamismus stehen wir noch ganz am Anfang

DerIslamische Föderation in Wien (Milli Görüş ) wird eine Nähe zur Muslimbruderschaft nachgesagt.

Wenn offizielle Vertreterinnen oder Vertreter der Muslime über das moslemische Leben in Österreich sprechen, dann vermitteln sie das Bild einer patriarchalen Religion mit sehr strengen Regeln, die peinlich genau befolgt werden müssen. Die Verschleierung von Frauen, eine rigide Sexualmoral, Schwulenfeindlichkeit und Antisemitismus prägen scheinbar das islamische Leben hier. Oftmals entspringen diese Ansichten aber einer gezielten islamistischen Strategie, die bewusst auf MigrantInnen in ganz Europa abzielt. So verfügt beispielsweise die Muslimbruderschaft in Europa über ein Netzwerk aus rund 200 Organisationen, die Gutes tun, darüber reden – und die die Zivilgesellschaften unterwandern, erläutert Heiko Heinisch im ausführlichen Gespräch mit dem Semiosisblog. Er erhellt dabei den organisatorischen und ideologischen Hintergrund der wichtigsten Organisationen, die in Österreich aktiv sind, und zeigt auf, wie gut vernetzt sie agieren. Erstveröffentlichung am 18.10.2016; optisch leicht überarbeitet am 3.11.2020.

Die Ergebnisse der jüngsten Wiener Jugend-Studie sind also nicht nur ein Beleg für eine ungenügende Integrationspolitik in Wien. Sie zeigen auch die Wirksamkeit der politisch-ideologischen Strategien organisierter islamistischer Gruppen auf. Mit dem Historiker und Autor Heiko Heinisch sprach Sebastian Reinfeldt. (Erstveröffentlichung am 18.10.2016; optisch leicht überarbeitet am 3.11.2020).

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Verhüllungsverbot: Der schwerwiegendste Grundrechtseingriff in der Zweiten Republik

Titelblild Gratiszeitung Heute

So oder so ist ein Burka- und Niqabverbot in Österreich reine Symbolpolitik. Bekleidungsvorschriften für Frauen wehren keinen Terrorangriff ab und verhindern keinen patriarchalen Ehrenmord. Und es stärkt auch nicht die Selbstbestimmung der betroffenen Frauen. Das Gesetz sollte halt ein politisches Zeichen werden. Von allen Möglichkeiten, diese Symbolpolitik durchzuziehen, hat die parlamentarische Mehrheit Österreichs mit dem Verhüllungsverbot diejenige gewählt, die die schwerwiegendsten Folgen für die Grundrechte aller hat. Zufall? Ein Kommentar von Sebastian Reinfeldt.

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Falsch, aus vielen Gründen. Anmerkungen zu Alexander van der Bellens Kopftuch-Statement

Alexander van der Bellen (VDB) zum Kopftuch

Wie man es auch dreht und wendet. Die Aussage von Bundespräsident Alexander van der Bellen war unlogisch und unklug. Und das aus mehreren Gründen. Das ändert sich auch nicht, wenn man sich die Langversion des Videos ansieht um VDBs Aussage in ihrem Kotext zu beurteilen. Ein Kommentar von Christoph Ulbrich.

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Islamkritik von links? Ein Gespräch mit Mahsa Abdolzadeh

Mahsa Abdolzadeh

Nicht wegducken – sondern die politische Auseinandersetzung offen und direkt führen. So sollte es eigentlich sein. Stattdessen führt die Linke weiterhin Rückzugs- und Verteidigungskämpfe. Das Thema Islam ist dabei ein Beispiel. Herrscht doch in den islamisch regierten Ländern der Welt eine Gesellschaftsform vor, die mit der Befreiung der Menschen von ihren Fesseln nichts, aber auch gar nicht zu tun hat. Im Gegenteil.

Mahsa Abdolzadeh ist in seinem solchen Land aufgewachsen und auch dort auf eine islamistische Schule gegangen. Wie alle ihrer KollegInnen im Iran musste sie beispielsweise jeden Morgen über Israel-Fahnen trampeln, bevor der Unterricht begann. Erziehung zum Hass ist dort Alltag. Seit 2004 lebt Mahsa fix in Wien, hat hier ihren Masterabschluss zum Thema Demokratie­versuche der Frauenbewegung im Iran gemacht. Sie ist eine islamkritische Linke, die für die Grünen in Döbling in der Bezirksvertretung sitzt. Ein Gespräch mit ihr – von Sebastian Reinfeldt.

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