Kann die Willkommenskultur unrealistisch sein?

Was seit Monaten praktiziert wird, tagtäglich, von vielen engagierten Menschen, soll plötzlich „unrealistisch“ sein. Das sagen jetzt einige Wiener SPÖ-FunktionärInnen in der Kronenzeitung. Was bedeutet das Attribut unrealistisch in diesem Zusammenhang? Real ist die Willkommenskultur, denn sie wird praktiziert. Menschen denken und handeln so, und sie haben damit eine Realität geschaffen. Kulturen können weder realistisch noch unrealistisch sein, sie sind vorhanden oder nicht. Willkommenskultur ist jedoch vorhanden.

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Das „Marokkaner-Problem“. Ein weiterer FPÖ-Diskurs in der Mitte der Gesellschaft

Kriminelle nordafrikanische Flüchtlinge. So heißt es derzeit in beinahe allen Medien.  Sogar die liberale Nzz.at titelt kritisch, dass es nunmehr ein „Marokkaner-Problem“ in der öffentlichen Diskussion gebe. Und sie meint damit die neurechts-populistische Haltung des Wiener Bürgermeisters Häupl, der erklärt hat: „Wir“ … „werden mit Sicherheit in nächster Zeit keine Marokkaner aufnehmen“.
Aber auch die Medien haben offenbar ein Rassismusproblem. Eine Analyse dazu.  Achtung: Longread!

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Wiener SPÖ verrät die ‚Generation Hauptbahnhof‘

Hätte ich bei den Wiener Gemeinderatswahlen SPÖ gewählt, und das unter anderem, weil sie für eine humane Flüchtlingspolitik eingetreten sind. Dann wäre ich jetzt richtig wütend. Und wenn ich etwa am Hauptbahnhof geholfen hätte, als staatliche Stellen nicht in der Lage waren, für die Geflüchteten Mineralwasser, Essen und Kleidung zu organisieren, dann würde ich mich verraten fühlen. Denn bereits drei Monate später dient sich die Wiener SPÖ der FPÖ an. 

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Ein freundlicher Rassist: Andreas Khols Nächstenliebe

Auch das ging schnell. Vor kurzem noch hampelte er im Video so herum, dass einige an Gollum erinnert wurden und es irgendwie sympathisch fanden. Wenige Tage später fällt die Maske. Der ÖVP-Kandidat zum Bundespräsidentenamt war ja 2000 der Architekt von schwarz-blau: Jetzt powert er seine Kampagne mit FPÖ-Slogans. Und das ist nicht nur Strategie.

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Ungarische Nächte

Das Thema Flüchtlinge prägte den Wahlkampf zur Gemeinderatswahl im Herbst 2015. Auch für Wien Anders. Einige AktivistInnen arbeiteten an den Bahnhöfen oder fuhren, so wie El Awadalla, nachts nach Ungarn, um Flüchtlingen zu helfen. Für unsere Homepage hatte sie damals einen Text verfasst, um über ihre Erlebnisse zu berichten. Diesen möchte ich nun in Erinnerung … Weiterlesen

In die Mitte! Nach rechts! Bis zur Unkenntlichkeit!

Das geht aber rasant. In einem Kurierinterview hat der grüne-nichtgrüne Präsidentschaftskandidat Alexander van der Bellen seinen Weg nach rechts schon mal vorexerziert. Denn um Wählbarkeit für alle zu signalisieren, braucht es schon eine Position der Mitte. Da diese ja immer weiter nach rechts rückt, muss man da eilig hinterher trappeln.

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Gast-Rechte als linker Populismus?

Immer wieder poppt eine Debatte um linken Populismus auf. Derzeit macht Sarah Wagenknecht in Deutschland Schlagzeilen, weil sie das Asylrecht als ein „Gastrecht“ umgedeutet hat. 2013 wollte Oskar Lafontaine raus aus dem Euro, und das im deutschen Interesse. Das Schlagwort linker Populismus bedeutet leider zumeist einfach, dass eine Tür zu linkem Nationalismus geöffnet wird. Hier mein kritischer Text aus dem neuen Deutschland von 2013

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Welf. Der schwarze Schatten eines Patrioten

Warum präsentieren eigentlich alle KandidatInnen zur BundespräsidentInnenwahl in Österreich ein Bewerbungsvideo? Bei einigen wäre es wirklich besser gewesen, sie hätten darauf verzichtet. Bei dem von Andreas Khol zum Beispiel. Es transportiert nämlich keine politische Botschaft. Interessant daran ist das Ungesagte und Ungezeigte. Es kandidiert ein schwarzer CV-Männerbündler und einer der Initiatoren von schwarz-blau.

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Bundespräsidentenwahl: Politik ohne Politik

„Hej Ho, here we go“ – tönt es bei den einen. Bei anderen ist es ein einfacher smiley und der Kommentar „love“. Verbunden mit der Prognose, dass vanderBellen das Match um den Bundespräsidenten eh spielend gewinnt. Andere wiederum gestehen, dass sie „bezaubert“ sind von dem Kandidaten. Oder auch nur seine politische Kommunikation lieben.

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Köln. Verschiebung und Verdichtung phallischer Macht

9.1.2016. Die Polizeiforscherin Rita Steffes-enn führt auf watson.ch aus, dass die sexuelle Belästigung in der Silversternacht in Köln als Strategie eingesetzt wurde, um die Diebstähle zu realisieren. Also, die phallische Macht wurde mit Absicht benutzt, um an die Handys und Wertsachen zu kommen. Der männliche Lustgewinn war dabei nur ein Bonus. Ich finde ihre Argumentation recht überzeugend. Wenn sich das in den Ermittlungen der Polizei erhärtet, dann haben wir es a) mit organisierter Kriminalität zu tun, bei der sexuelle Gewalt gegen Frauen bewusst eingesetzt wird, und b) ist dann mein Vergleich hier mit dem Oktoberfest insofern hinfällig. Aber auch die gesamte Debatte ist damit besides the point. Die Leiden der Opfer werden dadurch allerdings nicht weniger.

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Wie aus dem Märchen: Der gute Patriarch. Der gemäßigte Patriot

Nun wird es auch bei den anderen schnell gehen müssen. Alexander vanderBellen hat seine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten angekündigt. Sein Bewerbungsvideo gibt einen ersten Einblick in das Design der Kampagne. Die Medienmenschen schneidern ihn zum guten Patriarchen und gemäßigten Patrioten.  Eine kurze Analyse.

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