Aktuelle Zahlen: Über 1200 Kinder und Jugendliche mit COVID-19 waren bisher im Spital

Wissen Sie, wie viele Kinder und Jugendliche mit COVID-19 ins Krankenhaus mussten? Nein? Mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie in Österreich ist diese Nicht-Information doch ein bemerkenswerte Umstand, oder? Semiosis und Anita Groß von medonline recherchieren seit Wochen (!) die entsprechenden Zahlen. Nun wissen wir endlich: Ende März 2021 waren es mehr als 1200 Kinder und Jugendliche, so die Aktualisierung unserer Zahlen im ORF/ZiB2. Fast 100 lagen auf Intensivstationen. Das ist einer der Gründe für eine Initiative von Eltern und Mediziner*innen, einen offenen Brief an die Bundesregierung zu schreiben. Sie verlangen, dass Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen besser geschützt werden. Das sei nämlich bisher nicht der Fall, meinen sie. Wir dokumentieren den Text in voller Länge und präsentieren unsere Rechercheergebnisse zu Kindern und Jugendlichen. Von Sebastian Reinfeldt. (Update am 14.Mai 2021 mit den Zahlen aus Niederösterreich; 28.Mai 2021 mit den Zahlen für März 2021 laut ORF/ZiB2)

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Untersuchungsausschuss muss klären: Wurde die Regierung mit der Pandemie fertig?

Ist Österreich gut durch die Covid-Krise gekommen? Die Regierung meint: Ja. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Sie sagen: Eher nein. Zum Beispiel: In Österreich sind mit mehr als 10.000 Personen vergleichsweise viele Menschen an und mit Covid19 gestorben. Auch bei den bestätigten Covid-Infektionen pro hundertausend Einwohner hat Österreich mehr aufzuweisen als etwa Großbritannien.
Dort, jenseits des Kanals, läuft gerade eine parlamentarische Untersuchung der dortigen Covid19-Politik. In ihr hat heute der frühere Regierungsberater Dominic Cummings ausgesagt. Dabei hat er sich eingangs für die vielen Toten entschuldigt, die das falsche Regierungshandeln verursacht hat. Er berichtete unter anderem, dass die britische Regierung auf das darwinistische Konzept einer Durchseuchung der Bevölkerung gesetzt hat. Dies bringt die Frage auf: Welche Strategie hat die Regierung in Österreich eigentlich verfolgt? Und war diese der jeweiligen Lage angemessen? Auch in Österreich gibt es einiges aufzuarbeiten. All dies könnte ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß tun. Eine Recherche von Sebastian Reinfeldt


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Die dubiosen Wege der Kohle

Das Zeitalter der Kohle neigt sich dem Ende zu. Definitiv. In einigen Ländern in Europa wird dieses Ende aber noch hinausgezögert. In Polen zum Beispiel, aber auch in Tschechien und in der Slowakei. Dort gibt es weiterhin großen Bedarf an Kohle. Besonders gefragt ist ein Rohstoff, der preisgünstig ist. Wir sind dem Weg der Kohle von Ost nach West gefolgt. Aus dem Donbass, das ist der Teil der Ukraine, der von pro-russischen Separatisten besetzt ist, rollen Kohletransporte mit der Bahn bis nach Tschechien, Polen und in die Slowakei. Möglicherweise sogar bis nach Österreich. Sebastian Reinfeldt fasst die Recherchen eines Netzwerks osteuropäischer Journalistinnen und Journalisten zusammen: Tomáš Forró, Karolina Baca-Pogorzelska und Michał Potocki forschten vor Ort – auch in den besetzten Gebieten – nach, um die Wege der Kohlewaggons und des Geldes nachzuverfolgen.

In unserem Beitrag zu ihren Recherchen sind wir den Spuren der dubiosen Kohle bis nach Österreich und in die Schweiz nachgegangen. Erstveröffentlichung: 16.12.2019; aktualisiert am 26.5.2021.

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Lehrergewerkschafterin: Ich mache mir vor allem um die ungeimpften Eltern Sorgen

Heute flatterte den Lehrer*innen in Österreich eine Mail ins Postfach. Absender: ihr oberster Vorgesetzter, Bildungsminister Heinz Fassmann. Dort verbreitete er neben Optimismus die Botschaft von den Ninja-Zertifikaten. Dahinter verbirgt sich ein Schul-Testausweis, der offiziell als Covid-Testzertifikat gelten soll. Schulen können das Dokument aufgrund der Nasenbohrertests ausstellen. Wir haben Lehrergewerkschafterin Ursula Göltl gefragt, wie es ihren Kolleg*innen damit geht. Sicherfühlen kann man sich nicht mit einem Schnelltest, meint sie. Mit ihr sprach Sebastian Reinfeldt


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Tirol: Wo die Partei alles gibt

Es lebe mein guter Kaiser Franz. Mit ihm das Land Tirol! Diese Anrufung des Kaiser findet sich bis heute in der aktuellen Tiroler Landeshymne. Sebastian Reinfeldt meint in seinem Kommentar zur Tiroler Politik, dass das gute alte Lied von der Partei als Hymne passender wäre. Die entsprechende Partei wäre die Tiroler Volkspartei. Denn sie sitzt … Weiterlesen

Die Lücke der Aufklärung stopfen – Citizen-Journalismus in Zeiten der Pandemie

Täglich wenden sie mehrere Stunden für Recherchen auf. Ihre Kanäle sind in erster Linie Twitter und Blogs. Soziale Medien also. Dort korrigieren sie falsche Aussagen aus der Politik und öffentlicher Expert*innen und liefern Hintergrundinfos, indem sie Studien und Wissenschaftsartikel in eine verständliche Sprache übersetzen: Sie werden Citizen-Journalist*innen genannt. Als solche machen sie eine Arbeit, die die etablierten Medien nicht leisten.

Semiosis, ein Blog, der sich selbst zu diesem Genre zählt, hat mit zwei mittlerweile prominenten Vertreter*innen des Citizen Journalismus in Österreich gesprochen: Felix W. und die Twitter-Nutzerin Shirley. Beide sind in Zeiten der Pandemie bekannt geworden, weil sie sich faktenkundig eingemischt haben. Shirley möchte aus beruflichen Gründen anonym bleiben, was wir respektieren. Wir präsentieren hier einen Überblick über ihre Motive, geben Einblicke in ihre Arbeitsweisen und Netzwerke und geben wider, was sie an der Pandemie-Berichterstattung der etablierten Medien falsch finden. Die Interviews mit beiden sind zudem in voller Länge und ungekürzt verlinkt. Von Sebastian Reinfeldt


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Felix: Die Medien hierzulande betrachten die Pandemie eher wie ein Lifestyle-Thema

Felix hat rund 3900 Follower*innen auf Twitter. Als die Pandemie losging, waren es nur etwa halb so viele. Seit längerem betreibt er mehrere WordPress-Blogs, die er als Selbsthilfeblogs bezeichnet. Thema: das Autismus-Spektrum und das Klinefelter-Syndrom. Er meint, dass in der Öffentlichkeit über beide Diagnosen veraltete Darstellungen und Vorurteile kursieren. Die möchte er korrigieren. Diese Arbeitsweise hat er dann auf die Themen der Pandemie übertragen und seinen Haupt-Blog dem Corona-Alltag gewidmet. Dort schreibt er seit 12. März 2020 zum Thema. Er möchte dabei zeigen, wozu die Wissenschaft fähig ist. Dafür analysiert er Daten und Fakten und bereitet sie wissenschaftsjournalistisch auf. Felix ist Wissenschaftler von Beruf, nämlich Meteorologe. Mit ihm sprach Sebastian Reinfeldt.


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Shirley: Es fehlt die kritische Beleuchtung der politischen Strategien und Motive auf Basis der wissenschaftlichen Evidenz

Shirley ist wahrscheinlich all denjenigen Twitter-Nutzer*innen bekannt, die in Zeiten der Pandemie dort nach seriösen Informationen gesucht haben. Dabei ist sie oft Politiker*innen und Journalist*innen mit ihrem weiten Wissenhintergrund auf die Nerven gegangen. Zumeist in Form von Studien, die sie vorstellt und verlinkt. Derzeit hat sie auf Twitter 3000 Follower*innen. Zu Beginn der Pandemie waren es 1000. Sie hat einen Brotberuf in einem ganz anderen Bereich. Daher möchte sie anonym bleiben. Shirley ist eine Citizen-Journalistin der Covid19-Pandemie. Mit ihr sprach Sebastian Reinfeldt.


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Wünscht man sich in Wien das Burgtheater vor Peymann zurück?

Anlässlich der Fernsehübertragung von Die Bakchen aus dem Burgtheater wurde
unsere Autorin an ihren letzten Theaterbesuch vor dem ersten Lockdown des Vorjahres erinnert. Sie hat die Aufführung noch kurz vor der ersten Schließung des
Burgtheaters live erlebt. Die heimischen Kritiken waren eher mäßig bis schlecht. Sie werden der Aufführung aber in keiner Weise gerecht. Ist der Grund dafür vielleicht, dass man sich in Wien das Burgtheater vor Peymann zurück wünscht? Unsere Gastautorin Julia Pecile macht dem Stück daher eine Liebeserklärung.


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Auf den Wiener Intensivstationen: Die letzten Tage waren mühsam

Unser Alltag soll wieder normal werden. So lautet das Ziel der Bundesregierung. Im Radio laufen bereits Gewinnspiele für einen entspannten und sorglosen Sommerurlaub in Österreich. Aus den Krankenhäusern hören wir derzeit nicht mehr so viel. Dabei ist die Covid-Lage weiterhin sehr angespannt. Semiosis wurde das Protokoll eines Treffens Wiener Intensivmediziner*innen zugespielt. Wir stellen es hier vor, denn wie es den Menschen auf den Stationen ergeht (den Ärzt*innen, dem Pflegepersonal und den Patient*innen), das ist keineswegs normal. Von Sebastian Reinfeldt


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