Wie Kunst hilft, mit dem Krieg umzugehen

Eine Ausstellung in Wien zeigt, wie nach Österreich geflüchtete Ukrainer:innen auf den Krieg blicken. Nebenbei erfährt man viel über ihr Leben fernab der Heimat – und auch einiges über ihr derzeitiges Leben in Österreich. Eine Reportage zum Jahrestags der „full scale“-Invasion Russlands in die Ukraine von Florian Bayer. Die Plastik eines blutigen Köpers, der verwundet … Weiterlesen

Energiemarkt: Wem gehört eigentlich unsere Energieversorgung?

„Weiters wurde bei der Hauptversammlung zusätzlich zur ordentlichen Dividende von 2,44 Euro je Aktie eine Sonderdividende von 1,16 Euro je Aktie beschlossen.“ Diese Meldung über die österreichische Verbund AG geht im Strom der täglichen Börsen-Nachrichten Ende April 2023 fast ein wenig unter. Es gibt also eine Sonder-Dividende, weil das Geschäft brummt. Ist das eigentlich ein … Weiterlesen

Am Hauptbahnhof sind noch nicht mal die Toiletten frei zugänglich

Weil der Krieg gegen die Ukraine von russischer Seite mit unverminderter Härte gegen die Zivilbevölkerung geführt wird, müssen Millionen Menschen aus ihrer Heimat fliehen.

Wien ist, wieder einmal, eine Transitstadt. Dort, am Hauptbahnhof, spielen sich Szenen ab, die alle Beteiligten auf ihre pure Menschlichkeit zurückwerfen, weil es um die wirklich wichtigen Dinge im Leben geht, um Überlebensfragen. Und weil sie sich auf Augenhöhe, mit Respekt und mit Seele begegnen. Mit-menschlich eben.
Ohne die Freiwilligen, die seit Tagen dort aktiv sind, wäre am Wiener Hauptbahnhof schon längst ein Riesenchaos entstanden. Tanja Maier ist eine von ihnen. Mit ihrer Erlaubnis haben wir ihre Erlebnisse aus dem Englischen übersetzt, Berichte, die man wahrscheinlich kaum lesen kann, ohne dabei Tränen zu vergießen. So ist es eben.
Wir stellen uns allerdings die Frage, warum sowohl die professionellen Hilfsorganisationen als auch die Regierung und die Stadt Wien am 18. Tag nach Kriegsbeginn so behäbig, wenn nicht sogar unwillig auf die Situation reagieren?
So bewegend die Begegnungen sind: Müssen in einem so reichen Land wie Österreich wirklich Privatpersonen die Supermärkte und Fast-Food-Stände leer kaufen, damit die Ankommenden mit dem Nötigsten versorgt werden? Ist es in Ordnung, dass die Flüchtenden oder die Helfer*innen am Hauptbahnhof für einen Gang auf die Toilette zahlen müssen?


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Das Lobau-Camp Wüste war einmal

Es ist kalt und recht früh am Morgen, als wir von der Räumung des Lobau bleibt-Protestcamps erfahren. Sebastian Reinfeldt gehört zu den ersten Journalist*innen, die vor Ort sind und die Räumung beobachten können. Doch auch er sieht nur noch die roten Lichter eines Gefangenentransports, der die Besetzer*innen fort bringt.

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Das Rätsel mit den Schultests

Wer wickelt die Schultests in Österreich eigentlich ab? Warum klappt das außerhalb von Wien so gar nicht? Und was kostet uns diese nicht funktionierende Testerei?

Nicht alle dieser Fragen können wir in einem einzelnen Beitrag beantworten. Für diese Recherche haben wir uns jedenfalls die Ausschreibungen für die Schultests genauer angesehen. Außerdem haben wir Lehrer*innen und Schüler*innen nach ihren Erfahrungen gefragt. Und wir haben mit dem Ministerium und mit der Leiterin eines Labors gesprochen, das gerade für die Schultests verantwortlich ist.

Nach all dem ist uns nicht klar, ob die Labore, die derzeit mit den Schultests beauftragt sind, diesen Auftrag überhaupt abwickeln können. Offen scheint uns auch, ob das derzeit beauftragte private Konsortium das überhaupt will. [Update am 3. Februar mit Infos zur Razzia bei der ARGE für molekulare Diagnostik.]


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Kommunistische Bürgermeisterin Kahr: Eine Frage des Vertrauens

Sich keine Geschichten zu erzählen. Das hält der französische marxistische Philosoph Louis Althusser als wichtigstes Prinzip des Materialismus fest. Obwohl diese Formel gänzlich ungeeignet zu sein scheint für eine Reportage über die Kommunistische Partei in Österreich, möchte ich sie dennoch als ein Leitmotiv einsetzen. Es ist nämlich paradox: Die Kommunist*innen von heute erzählen Geschichten. Die Grazer darüber, wie sie wurden, was sie sind. Und der kommunistische Gemeinderat Kai-Michael Dangl, wie er in Salzburg Wahlkampf in Wohngebieten gemacht hat, in die sich zuvor keine Politiker*innen getraut haben.

Es sind halt Geschichten aus dem wirklichen Leben, an dem sie aktiv teilnehmen. Geschichten, die auf eine große Sehnsucht treffen könnten, nämlich nach guter, ehrlicher Politik, bei der es die revolutionärste Tat bleibt, zu sagen, was ist. Von Sebastian Reinfeldt


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Vorbereitungen auf die vierte Covid-Welle in Österreich: keine

Es sickert. Die Pandemie ist, entgegen der Rhetorik-Übungen österreichischer Politiker*innen, nicht vorrüber. Die Fussball-Europameisterschaft zeigt, wie rasant sich die Delta-Infektionsketten ausbreiten. Der Experte Fabian Valka schreibt in Semiosis: Ich denke, dass wir möglicherweise eine Reihe der derzeit gelockerten Beschränkungen wieder zurücknehmen müssen, um die nächste Welle an Fällen, Krankenhausaufenthalten und Toten zu verhinden.

Wie vorbereitet sich die österreichische Politik auf die vierte Welle? Gefühlt gar nicht. Eine Recherche von Sebastian Reinfeldt


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Behördenwillkür und Polizeigewalt: Eine Abschiebung zum Fürchten

In der Nacht auf heute wurden zwei in Österreich geborene Mädchen und ihre Mutter nach Georgien abgeschoben. Das hätte klammheimlich passieren sollen, zur Überraschung der Behörden fanden sich aber Dutzende Demonstrierende ein, darunter auch einige prominente Gesichter. Eine Reportage von unserem neuen Gastautor Florian Bayer. Er war in der Nacht vor Ort.


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Ibiza-Video: Der macht eine ganz gute Arbeit, der Herr Julian H. !

Titelbilder Spiegel Krone SZ

Der Antrag wird abgewiesen. Wer am Montagnachmittag die Verhandlung im Raum 306 am Wiener Straflandesgericht verfolgt hat, konnte von diesem Urteil der Richterin Nicole Baczak kaum überrascht sein. Verhandelt wurde „nur“ ein Medienverfahren. Es klagte Philip S. gegen die Recherche-Plattform Fass ohne Boden. Von dieser wollte er eine Entschädigung gemäß §§ 6ff MedienG in der Höhe von 8.720 Euro plus Verfahrens- und Anwaltskosten erstreiten. Die Plattform hatte in einem Artikel behauptet, dass Philip S. „kriminell“ sei und zum „Ibiza-Netzwerk“ gehöre. Dafür traten sie mittels Dokumenten und Zeugenaussagen auch einen Wahrheitsbeweis an. Erfolgreich. Denn für diese Bezeichnungen gebe es ausreichend Gründe, wie die Richterin gestern befand. Was da aber im Verlauf der Verhandlung ans Tageslicht kam, gewährte einen spannenden Einblick hinter die Kulissen des Ibiza-Videos und seiner Macher*innen. Eine Reportage von Sebastian Reinfeldt.


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Ischgl am Wörthersee?

Wir machen Urlaub in Österreich. So lautet die Devise der Bundesregierung. Denn der ist sicher. Das Virus komme vom West-Balkan, daher erschwert die österreichische Bundesregierung die Einreise von dort. Schau auf dich, schau auf mich. So ähnlich tönt es derzeit aus den Radios und Fernsehapparaten. Doch ist der Urlaub in der Heimat wirklich sicher? Sebastian Reinfeldt hat sich an einen Urlaubs-Hotspot begeben: nach Velden an den Wörthersee. Der Ort ist in vielerlei Hinsicht mit Ischgl vergleichbar, denn er ist eng, lebt fast ausschließlich vom Tourismus und ist für seine Partynächte bekannt. Und das nicht nur beim Jet-Set. Eine Reportage.


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Der schwarze Schatten

Vier Tage Befragungen im Ibiza-Untersuchungsausschuss. „Was bringt der ganze Aufwand denn?“ , mögen viele fragen. Ist das wirklich alles nur Show für einige Politiker(innen)-Egos? Nein. Die Abgeordneten aller Fraktionen sind gut vorbereitet. Sie fragen genau, hartnäckig und sie gehen ins Detail. Dadurch fördern sie so einiges Wissenswertes zutage. Dokumente, die im Zuge der Befragungen präsentiert werden, eröffenen einen Blick hinter die Kulissen der Republik. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte eines eingescannten Notizzettels, der im Zuge der Befragungen eine nicht unwichtige Rolle spielte. Die Geschichte rund um diesen Scan erzählt Sebastian Reinfeldt. Für alle Genannten gilt natürlich die Unschuldsvermutung.


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Auf der schwarzen Liste in Ischgl

Das eine ist, aus der Distanz heraus zu einem Thema zu recherchieren. Etwas anderes ist es, vor Ort mit Fragen und Beobachtungen ein Problem zu beleuchten. Sebastian Reinfeldt wollte letzteres tun. Daher reiste er bereits zum zweiten Mal nach Ischgl. Wie sind die Tage des März dort genau abgelaufen? Wie konnte es passieren, dass der Tiroler Wintersportort zu einem der Viren-Spreader Europas wurde? Viele Fragen sind bis heute unbeantwortet und Details bleiben unklar. Doch leider waren weder der Tourismusverband Paznaun noch Bürgermeister Werner Kurz bereit, mit ihm zu sprechen. Andere schon. Hier seine zweite Reportage aus Ischgl.


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Im Geisterdorf Ischgl, über eine frühe Corona-Meldung aus Island, und warum die Adler schweigen

Seit Donnerstag steht das Paznauntal nicht mehr unter Quarantäne. Die Polizisten haben den Schlagbaum nach oben gezogen. Also ist Sebastian Reinfeldt am Freitag dorthin gefahren. Zu einem Lokalaugenschein, und um sich mit einem Journalisten aus Deutschland zu treffen. Dieser hatte sich Anfang März in Ischgl mit COVID-19 infiziert. Bei ihren Gesprächen im leergefegten Wintersportort ging es um die Frage, wer was wann wusste bzw. wissen konnte. Dabei kamen brisante Details zu den Abläufen in Wien und Tirol ans Licht.


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Flucht aus Polen. Ein Reisebericht in Zeiten von Corona

Es sollte ein Ausflug nach Krakau werden. Auch ein Besuch in Auschwitz stand auf dem Plan. Daraus wurde eine gespenstische Hinreise mit einer Propellermaschine und eine abenteuerliche Flucht aus Polen – Corona bedingt. Unsere Gastautor Karl Jereb schildert, wie er kurz vor dem Herunterfahren der Grenzen doch noch von Krakau nach Wien kam. So viel sei verraten: Das gelang zu Fuss und völlig unkontrolliert.


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Chios: Flüchtlingslager, Flüchtlingsgefängnisse und Unruhen – eine Reportage

Alle werden alleine gelassen. Von der eigenen Politik und von der der Europäischen Union. Diese Reportage handelt von Menschen, deren Leben gerade mal einen Schwimmreifen wert ist. Sie stranden auf Chios und landen im Flüchtlingslager Vial auf der griechischen Ägais-Insel. Die Situation dort macht die Auswirkungen dieses politischen Komplettversagens deutlich. Zudem können wir uns des Eindrucks kaum erwehren, dass die Lage dort beabsichtigt ist. Das Versagen ist gewollt und es ist gezielt. In den Medien sollen offenbar beängstigende Bilder kursieren, aus denen sich politisches Kapital schlagen lässt. Die Realität  in den Lagern ist nicht besser. Sie ist nur anders, als es die Bilder vermuten lassen. Eine Reportage als Charlotte Wilton.

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Vor Gericht: Der „modus operandi“ des Ibiza-Videos

Ich bin hier die Öffentlichkeit!“ So antwortete ich auf die Frage der Richterin, warum ich im Saal 306 des Landesgerichts für Strafsachen auf der Zuhörerbank Platz nehmen wolle. Ich war nämlich der einzige Zuseher in einem Prozess, bei dem es vorderhand ums Medienrecht ging. Im Verlauf der rund einstündigen Verhandlung stellte sich aber heraus, dass bei einem Streitwert von 8.720 Euro die Hintergründe des Ibiza-Videos vor Gericht ausgeleuchtet werden könnten. Und in dieser einen Stunde schon wurden. Eine Gerichtsreportage von Sebastian Reinfeldt. Es gilt, wie immer, die Unschuldsvermutung.


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